KI ist viel mehr als nur Nebeneffekt

„Die Framework-Autoren Afke Schouten und Peter Metzinger zeigen in einer Forschungsarbeit auf, mit welchem Framework künstliche Intelligenz erfolgreich in Unternehmen eingeführt werden kann.“

Der Artikel befasst sich mit der wissenschaftlich abgestützten Analyse meines jüngsten Modells für Change Management und Campaigning.

— Weiterlesen www.computerworld.ch/business/ki/ki-nebeneffekt-2769344.html

Zu viel Freiheit kann der Freiheit schaden

Zu viel Freiheit kann der Freiheit schaden

Aufgrund einer Twitter-Diskussion veröffentliche ich hier einen Auszug aus einem Blog-Artikel, der im August 2021 erschien, und ergänze ihn noch mit aktuellen Bemerkungen. Damals ging es mir um die Aussage, dass der Kampf gegen Pandemiemassnahmen nicht zu mehr Freiheit führt, sondern zu weniger. Heute geht es mir um eine Analyse der Frage, ob ein Maximum an Freiheit für das Individuum zu einem Maximum an Freiheit für die Gesellschaft führen kann, was es dazu bräuchte und wieso dies nicht immer in Einklang mit der menschlichen Natur zu bringen ist.

Damals schrieb ich:

Eigenverantwortung soll staatliche Vorgaben ersetzen. Der Begriff bedeutet, dass jeder Mensch für sich frei entscheiden kann, was für ihn oder die Gesellschaft am besten ist.

Doch welche Definition ist aus Sicht einer funktionierenden und freien Gesellschaft tatsächlich die beste, wenn – wie oben dargestellt – das Individuum gar nicht über die notwendigen Informationen verfügt, um diese Entscheidung optimal treffen zu können?

Diese Aussage bezog sich darauf, dass im Hinblick auf die Verbreitung von SARS-CoV-2 zahlreiche Falschinformation verbreitet wurden. So war zum Beispiel vielen Menschen nicht bewusst – oder sie wollten es nicht wahrhaben –, dass ein mit SARS-CoV-2 Infizierter auch dann andere anstecken kann, wenn er selbst noch gar keine Symptome zeigt. Sich gesund zu fühlen reichte also nicht aus, um sicher sein zu können, dass man andere nicht anstecken kann.

«Die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo die Freiheit des Anderen beginnt». Immanuel Kant (1724-1804)

Wer danach lebt, müsste Eigenverantwortung so verstehen, dass man seine eigene Freiheit freiwillig dann einschränkt, wenn die Freiheit (oder Leben oder Gesundheit oder Vermögen) einer oder eines Anderen geschädigt werden könnte.

Tatsächlich würde diese Definition von Eigenverantwortung zu einem Maximum an Freiheit für die Gemeinschaft führen.

Denn ein Volk erhält dann seine grösste Freiheit wenn jedes Individuum seine Freiheit freiwillig einschränkt, um dadurch die Freiheit Anderer zu schützen.

Wird Eigenverantwortung hingegen so definiert, dass jede/r tun und lassen kann, was er oder sie will, nimmt die Freiheit – oder Gesundheit oder Vermögen – Anderer immer wieder Schaden. Die Gemeinschaft wird dann zur Schadensbehebung oder -begrenzung gezwungen.

Jeder Zwang wiederum stellt einen Verlust von Freiheit dar.

Eine Gesellschaft, in der Eigenverantwortung nicht so definiert wird, dass man die eigene Freiheit freiwillig zum Schutze Anderer einschränkt, ist deshalb weniger frei als eine Gesellschaft, in der Eigenverantwortung so definiert wird, dass man sich freiwillig einschränkt, um die Freiheit Anderer zu schützen.

Das folgende Gedankenspiel zeigt den Mechanismus auf.

Nach der Befreiung einer zuvor unfreien Gesellschaft kann der Freiheitsgrad der Gesellschaft deshalb zunächst zunehmen, um dann wieder zu sinken, wenn die Anarchie der rücksichtslosen Freiheit des Individuums Anderen immer mehr Schaden zufügt.

Zeigen die Individuen sich uneinsichtig oder unfähig, ihre Freiheit eigenverantwortlich und freiwillig einzuschränken, bleibt einer solchen Gesellschaft nichts anderes übrig, als Regeln zu erlassen, die die Freiheit des Individuums zugunsten einer in dieser Situation maximal möglichen Freiheit der Gesellschaft einschränken.

In der Folge stellt sich ein neues Optimum ein, das wegen der egozentrischen Haltung Einzelner die Gesamtheit der Individuen in ihren Freiheitsrechten einschränken muss, denn jeder zusätzliche individuelle Freiheitsgrad würde die Freiheit des Kollektivs reduzieren.

Dennoch kann eine Gesellschaft, die ihre Freiheit mit Regeln – Gesetzen oder Verordnungen – schützt, unter dem Strich freier sein, als eine Gesellschaft, in der niemand Rücksicht auf die Anderen nimmt.

Eigenverantwortlich zum Schutze der Freiheit (und Unversehrtheit) Anderer kann deshalb bei einem so heimtückischen Virus nur bedeuten, dass man freiwillig alles tut, um die Wahrscheinlichkeit einer Infektion und Übertragung maximal zu reduzieren.

Die Mittel dafür sind bekannt: die Anzahl Kontakte klein halten; Abstand; ohne Impfung oder aktuell negativen Test den Aufenthalt in Innenräumen vermeiden und in Innenräumen Masken tragen.

Doch leider ist es anders. Ausgerechnet diejenigen, welche am lautesten schreien, es brauche keine staatlichen Massnahmen, die Eigenverantwortung reiche aus, sind gleichzeitig diejenigen, welche sich mehrheitlich so verhalten, dass sie sich und in Folge davon auch Andere einem Infektionsrisiko aussetzen und damit die Gesellschaft gesamtheitlich in ihrer Freiheit bedrohen.

Hätte diese Art von Eigenverantwortung in der Pandemie funktioniert, hätten wir nicht über Regeln und Vorschriften zur Pandemiebekämpfung diskutieren müssen, wie zum Beispiel das Covid-Gesetz. Es hätte auch kein Referendum gegen dieses Gesetz gegeben. Doch leider handeln Menschen nicht immer rational und schon gar nicht immer aufgrund einer optimalen Informationslage. Insbesondere dann nicht, wenn so viele Falschinformationen verbreitet werden, wie dies in der Pandemie der Fall war.

Es ist eine Ironie der Geschichte, dass die egozentrische Forderung nach maximaler individueller Freiheit und das resultierende rücksichtslose Verhalten während einer Pandemie besonders deutlich vor Augen führt, wie das Maximum an individueller Freiheit ein Maximum an gesamtgesellschaftlicher Freiheit bedroht oder verhindert und dadurch die Gesellschaft zwingt, die Freiheit des Individuums zugunsten der Freiheit der Gesellschaft einzuschränken.

Gleiches gilt übrigens nicht nur für die Pandemiebekämpfung, sondern auch beim Klimawandel, der die Freiheit zukünftiger Generationen massiv bedroht, beim Schutz der natürlichen Ressourcen und in vielen anderen Bereichen.

Aktuell kursieren insbesondere zu den folgenden Themen enorm viele Falschinformationen: Impfung, Klimawandel, 5G / Mobilfunk, Krieg in der Ukraine. Wer mehr darüber erfahren möchte, welche Falschinformationen kursieren, welche Strategien dahinter stecken und wie man sich davor schützen kann, sollten bei ReclaimTheFacts nachschauen, eine Plattform, die ich zusammen mit einer Kollegin aus Frankreich unterhalte.

Dort haben wir schon im Oktober 2020 davor gewarnt, dass das System Putin seit Jahren versucht, den Westen mit Desinformation zu destabilisieren.

Je liberaler der Markt, desto dreckiger der Strom

Einfach nur, weil die Menschen durch zu viel Auswahlmöglichkeiten überfordert werden. Steve Jobs wusste das und reduzierte die Anzahl der Modelle im Angebot. Gut wäre, wenn auch die Theorien des Liberalismus diese Realität anerkennen und widerspiegeln würden. Schliesslich wollen wir als Liberale uns dadurch von anderen abgrenzen: Politik, die sich an der Realität orientiert.

— Weiterlesen www.higgs.ch/je-liberaler-der-markt-desto-dreckiger-der-strom/51107/

Video-Calls hemmen die Kreativität, führen aber zu besseren Entscheidungen

Mehr und mehr Menschen arbeiten schwerpunktmäßig von zu Hause aus und treffen ihre Kollegen vor allem per Videokonferenz.

Video-Calls hemmen die Kreativität, führen aber zu besseren Entscheidungen Das besagt zumindest eine Studie, über die heute berichtet wurde:

www.wissenschaft.de/gesellschaft-psychologie/video-calls-hemmen-die-kreativitaet/

Dietiker Gemeinderat diskutiert über das Littering-Problem

Das war eine der emotionalsten Debatten bisher. Dabei hatte ich doch nur gefragt, ob die Polizei – wenn sie sowieso schon kontrolliert, ob Autofahrer an der Heimstrasse die Busspur missbrauchen – nebenbei auch noch darauf achtet, ob Zigarettenstummel auf die Strasse geworfen werden. Aus den aufgebrachten Voten mancher Kollegin oder Kollegen bin ich bis jetzt noch nicht schlau geworden, ob sie es nun gut finden, gegen solches Verhalten vorzugehen oder nicht. Das ist sicher nicht das Ende der Debatte. Das Ziel muss eine saubere Stadt sein, in der sich die Menschen wohlfühlen und die dadurch umso attraktiver wird.

Mehr dazu:

www.limmattalerzeitung.ch/limmattal/region-limmattal/dietikon-harte-bussen-oder-praevention-das-littering-problem-loest-im-gemeinderat-intensive-diskussionen-aus-ld.2274179

Agri-Photovoltaik: Stromproduktion beim Gemüseanbau

Oben die Sonne anzapfen, unten Kartoffeln ernten: Mit Agri-Photovoltaik kann man grünen Strom und Lebensmittel auf derselben Fläche produzieren. Das wäre auch im Limmattal möglich.
— Weiterlesen www.nationalgeographic.de/wissenschaft/2022/03/agri-photovoltaik-stromproduktion-beim-gemueseanbau

Vertrauen ist gut, Vertrauen schaffen ist besser

Zum Internationalen Tag der Faktenüberprüfung ein paar Gedanken über die Wurzeln des Übels, das Faktenchecks überhaupt notwendig macht. Wieso braucht es überhaupt Faktenchecks?
— Weiterlesen reclaimthefacts.com/2022/04/02/vertrauen-ist-gut-vertrauen-schaffen-ist-besser/

How Russia Is Using LinkedIn as a Tool of War

Has the Kremlin’s campaign to harass Putin’s critics on LinkedIn moved beyond the relative safety of the internet and into the streets?
— Weiterlesen www.newsweek.com/russia-putin-bots-linkedin-facebook-trump-clinton-kremlin-critics-poison-war-645696

Wenn vom wenn dann nur das dann übrig bleibt…

Wenn vom wenn dann nur das dann übrig bleibt…

«Entscheidende Passage gestrichen – FDP verhindert drohende Spaltung in der Atomfrage», «Die FDP will neue AKWs bauen», «Wieder ein bisschen Atompartei» – so lauten drei verschiedene Schlagzeilen zum gleichen, gestrigen Entscheid der FDP-Delegiertenversammlung in Montreux.

Es ist typisch für die heutige Medienlandschaft. Statt die Debatte korrekt zusammenzufassen, wählt man eine Schlagzeile, die den Inhalt so nah wie möglich an der Realität zusammenfasst, aber gleichzeitig auch so neugierig wie möglich machen soll. Letzteres steht dann nicht unbedingt im Einklang mit dem ersteren.

Alle drei Artikel beschreiben den Inhalt grösstenteils korrekt. (Die NZZ am Sonntag schreibt jedoch fälschlicherweise, die FDP sei jetzt wieder eine Atompartei.) Beschlossen hat die Partei, die ursprüngliche Fassung durch eine neue zu ersetzen. Die ursprüngliche klang tatsächlich so, als ob die FDP wieder Atomkraftwerke wollte. Die neue Formulierung beschreibt deutlicher, was eigentlich gemeint ist:

Für die einheimische Stromproduktion sind die rechtlichen Voraussetzungen zu schaffen, damit langfristig und bei Bedarf auch eine neue Generation der Kernkraft-Technologie ihren Beitrag an die Versorgungs-sicherheit leisten könnte, sofern die Sicherheit jederzeit gewährleistet werden kann.

Konkret bedeutet diese neue Formulierung, dass kein Freisinniger in naher Zukunft fordern wird, den Weg frei zu machen für den Bau neuer Atomkraftwerke, denn die Bedingungen dazu sind nicht erfüllt.

Zustimmung gab es in Form von Kopfnicken auch zur Interpretation der Gruppierung, die den Antrag (Wortlaut ganz unten) eingereicht hatte, den ich an der Versammlung vorstellen durfte: Das Wort «jederzeit» schliesst die Endlagerung bei der Bedingung «Sicherheit» mit ein.

Dies habe ich so an der Delegiertenversammlung gesagt und Kopfnicken durch Mitglieder des Präsidiums erhalten.

Mögliche Reaktoren, die für eine Neubeurteilung in Frage kämen, wären frühestens solche der vierten Generation. Die gibt es bisher aber nur in Computersimulationen, wie es Nationalrat Matthias Jauslin korrekt formulierte. Der Bedarf ist ebenfalls nicht nachgewiesen.

Somit wäre eine inhaltlich korrekte Zusammenfassung eigentlich: FDP ist offen für Erfindungen, die die Zukunft mit sich bringen könnte. Aber wie langweilig würde das denn klingen…

Und damit haben wir das Problem auf den Punkt gebracht. Eine Partei, die sich an den Fakten orientiert und differenzierte Positionen entwickelt, die sich schlecht in reisserischen, kurzen Schlagzeilen zusammenfassen lassen, wird immer ein Problem mit der medialen Berichterstattung haben und muss sich der Bedeutung einer enorm präzisen Zusammenfassung, die sie selbst formuliert, bewusst sein, wenn sie nicht permanent falsch dargestellt werden will. Präzise Kommunikation wird damit zum strategischen Erfolgsfaktor.

Soweit zur Form. Nochmals zurück zum Inhalt.

Wenn man der Wahrheit ins Auge schaut, muss man zugeben, dass man nicht weiss, was die Zukunft bringt.

Offenheit ist deshalb eine Tugend, Flexibilität die daraus resultierende Stärke.

Zitat aus einem meiner Tweets zum Thema

Wenn aber Schlagzeilen alle «wenn»-Formulierungen weglassen, die als Bedingungen in der Formulierung enthalten sind und das «dann» «sind wir offen für eine Neubeurteilung der Atomkraft» auf ein «für Atomkraft» reduzieren, dann bleibt vom wenn dann nur noch das dann und das ergibt dann ein falsches Bild.

Man könnte es auch anders formulieren: es gibt zwei Gruppierungen innerhalb der Partei. Für die eine sind die Bedingungen schon heute erfüllt und sie möchte am liebsten bereits heute neue AKWs planen. Für die andere sind die Bedingungen noch lange nicht erfüllt, aber sie ist offen für mögliche Entwicklungen in der Zukunft, denn wir wissen ja alle nicht, was diese noch bringen mag. Am Ende hat man sich auf letzteres geeinigt. Wer daraus – wie die Grünen – einen Sieg der Atomlobby macht, hat die FDP nicht verstanden und hat offensichtlich Mühe mit einer differenzierten Analyse komplexer Sachverhalte.

Zum Schuss noch der Wortlaut unseres Antrags, den wir dann zurückzogen:

Technologieneutralität bei der einheimischen Stromproduktion: Beim Ausbau und Ersatz bestehender einheimischer Produktionsanlagen darf es keine gesetzlichen Technologieverbote geben. Langfristig sind deshalb die rechtlichen Voraussetzungen zu schaffen, damit auch die Kernkraft einen Beitrag an die Versorgungssicherheit leisten kann, sofern ein Bedarf nachgewiesen ist und folgende Voraussetzungen erfüllt werden:

• Zur Finanzierung von Projekten werden keine marktverzerrenden Mechanismen oder Subventionen benötigt

• Die Sicherheit ist jederzeit gewährleistet und die langfristige Entsorgung der Abfälle ist sichergestellt

Bettina Schweiger, Delegierte, Präsidentin FDP Bezirk Meilen

Daniel Gerber, Ersatzdelegierter, Vizepräsident Umweltfreisinnige St. Gallen

Peter Metzinger, Ersatzdelegierter, Gemeinderat Dietikon und Mitglied der Fachkommission Umwelt und Energie FDP Kanton Zürich

Cynefin Modell und Stacey Matrix

Cynefin Modell und Stacey Matrix – Lehren fürs Campaigning und die Politik, denn beim Campaigning schon immer und in der Politik immer häufiger geht es um Lösungen für komplexe Herausforderungen.
— Weiterlesen leadership.doppler-manager.de/lean-management/cynefin-und-stacey/