Impfen? – Persönliche Entscheidung aber keinesfalls Privatsache

Impfen? – Persönliche Entscheidung aber keinesfalls Privatsache

Die Zeitungen von CH Media beinhalten heute einen hervorragenden Kommentar zum Thema Impfen & Eigenverantwortung von Patrik Müller. Er bringt auf den Punkt, worum es geht, und sich Impfen zu lassen oder nicht zwar eine persönliche Entscheidung, aber keinesfalls eine Privatsache ist. «Impfen – patriotische Pflicht»:

Über Freiheit und Verantwortung in pandemischen Zeiten*

Impfen – patriotische Pflicht

Diese Bundesfeier findet, wie zurzeit viele Veranstaltungen, nach der GGG-Regel statt: Wer teilnimmt, muss geimpft, genesen oder getestet sein. Das ist unschön, weil es eine Einschränkung der Freiheit bedeutet. Aber was wäre die Alternative gewesen? Eine Kapazitätsbeschränkung. Oder eine Absage der Feier – der 1.-August-Lockdown. Doch das hiesse nicht mehr, sondern weniger Freiheit: Sie hätten nicht wählen können, an der Feier teilzunehmen oder ihr fernzubleiben.

Darum hat Ihre Stadt im Kleinen so gehandelt, wie die Schweiz während Corona oft gehandelt hat: Sie entschied sich für denjenigen Weg, welcher der Freiheit am nächsten kommt.

Die Freiheit hat gelitten in den letzten gut eineinhalb Jahren: Schulschliessungen, Läden und Restaurants zu, keine Auslandreisen mehr, Besuchsverbot für Haushalte mit 5 oder mehr Personen. Dinge, die wir uns nie hätten vorstellen können. Das ist zum Glück vorbei, nun stehen wir aber erneut am Scheideweg. Die Fallzahlen liegen wieder höher, auch die Hospitalisierungen nehmen zu, zum Glück auf tiefem Niveau. Mehrere Länder haben bereits neue Verschärfungen beschlossen.

Und doch sind die Perspektiven gut – dank der Impfungen. Man will sich nicht vorstellen, wo wir stünden und was im Herbst drohen würde, gäbe es noch keinen Impfstoff, jetzt, wo sich die hochansteckende Delta-Variante verbreitet.

Einige von Ihnen denken vielleicht: Jetzt spricht der am 1. August übers Impfen. Was hat das denn mit der Schweiz zu tun? Sehr viel. Die Impf-Frage ist der Lackmus-Test dafür, ob in der Schweiz die Eigenverantwortung noch funktioniert. Wer neue Einschränkungen vermeiden und die noch geltenden Restriktionen loswerden will, der hat alles Interesse daran, dass sich möglichst viele Menschen impfen lassen.

Ich rede keinesfalls einem Impfzwang das Wort. Impfen ist eine sehr persönliche Entscheidung, die jede und jeder für sich treffen muss. Aber: Eine Privatsache ist diese Entscheidung nicht. Denn ob ich mich impfen lasse oder nicht, das hat Folgen für die Gesellschaft als Ganzes. Darum ist es ein Grund zur Sorge, dass das Impftempo abnimmt und ein Drittel der Bevölkerung noch keine Dosis erhalten hat.

Je mehr Menschen sich dafür entscheiden, sich immunisieren zu lassen, umso freier können wir alle leben. Und umso besser schützen wir auch – das geht leider oft vergessen – diejenigen, die sich nicht impfen lassen können. Das sind Leute mit gewissen Krankheiten und Kinder unter 12, für die keine Impfung zugelassen ist.

In unserer direkten Demokratie sind es sich die Menschen gewohnt, Verantwortung zu übernehmen. Oft wirkt diese Verantwortung eher abstrakt. Ob ich abstimmen gehe, scheint für sich gesehen nicht entscheidend zu sein. Auch nicht, ob ich in unserem Milizsystem aktiv mitwirke. Irgendjemand wird sich für all die Ämter bestimmt finden lassen, denkt sich manch einer. Diese Denkweise funktioniert bei der Bekämpfung des Virus definitiv nicht. Da kommt es auf jeden Einzelnen an.

Wir stehen vor entscheidenden Wochen. Die Länder, die eine hohe Impfquote erreichen, werden der Bevölkerung am meisten Freiheiten bieten können – und gesundheitlich wie wirtschaftlich im Vorteil sein. Insofern erlaube ich mir an diesem Tag ein bisschen Pathos: Das Impfen ist in einem Land, das die Freiheit hochhält, so etwas wie patriotische Pflicht.

Damit sage ich nicht, dass jene, die sich anders entscheiden, unschweizerisch handeln. Zu einer Gesellschaft, die die Freiheit hochhält, gehört auch Toleranz. Ausgrenzung und Brandmarkung sind falsch und kontraproduktiv.

Schweizerisch ist hingegen, mit Andersdenkenden an den gleichen Tisch zu sitzen. Die eigene Bubble zu verlassen und miteinander zu reden.

Gut informiert zu sein, sich auch für wissenschaftliche Erkenntnisse zu interessieren: Das ist in einer direkten Demokratie immer wichtig. In pandemischen Zeiten aber ganz besonders. In dem Sinn ist zu hoffen, dass wir am nächsten 1. August sagen können: Es hat funktioniert. Ohne Zwang, mit Einsicht und Verantwortung.

Patrik Müller

*Auszug aus der 1.-August-Ansprache, die er gestern in Bremgarten AG hielt.

Meine „Anleitung zum Faktencheck“

„Wir geben Ihnen hier Tipps, wie Sie Falschmeldungen rasch erkennen und so mithelfen können, deren Verbreitung zu verlangsamen.“ – Mein Artikel im Topsoft-Magazin.
— Weiterlesen www.topsoft.ch/themen/anleitung-zum-faktencheck/

Die Schweiz könnte Impf-Champion sein – neue Enthüllungen zum #Impfgate

Kurz nach Ausbruch der Pandemie ignorierte der Bund ein Angebot von Lonza zur Impfstoff­produktion. Erst jetzt dämmert der Schweiz, was für eine Chance sie damals verpasste – nicht nur für sich selbst. Wieder einmal bestätigt sich, wie fatal es sein kann, wenn unsere Beamten und Volksvertreter die Stimmen der Experten ignorieren.
— Weiterlesen www.republik.ch/2021/04/27/die-schweiz-koennte-impf-champion-sein

Fake News aufgedeckt – Schnelltests finden gleich viele Ansteckende wie die PCR-Tests

In einem Leserbrief in der Limmattaler Zeitung hatte ich schon am 14. April angeprangert, dass diverse Zeitungen eine Falschinformation über Selbsttests verbreiten und dass diese in Wahrheit ihren Zweck, ansteckende Personen zu finden, sehr gut erfüllen. Nun habe ich Unterstützung durch eine fundierte Analyse im Infosperber erhalten. Fakt ist: Schnelltests finden gleich viele Ansteckende wie die PCR-Tests.

— Weiterlesen reclaimthefacts.com/2021/04/19/fake-news-aufgedeckt-schnelltests-finden-gleich-viele-ansteckende-wie-die-pcr-tests/

„Wir sind sowas von am Ar***“ – #SwissCovidFail

Man muss in diesem Video nur ein paar Namen ersetzen und schon haben wir eine perfekte Analyse der Schweizer Coronaversagenspolitik in 3.5 Minuten:

twitter.com/extra3/status/1381588689852235776

Weniger Tote, mehr Wachstum: Studie: No Covid für Wirtschaft am besten

Im Kampf gegen das Coronavirus ist die No-Covid-Strategie der beste Schutz für Menschenleben – und die Wirtschaft. Sie wird jedoch leider nur deshalb oft abgelehnt, weil sie nicht verstanden wird. Neue Studiendaten aus Frankreich zeigen, dass die volkswirtschaftlichen Schäden in Ländern mit solch einem Konzept deutlich geringer sind als etwa in Deutschland.
— Weiterlesen www.n-tv.de/wirtschaft/Studie-No-Covid-fuer-Wirtschaft-am-besten-article22470251.html

#NoNonsense bitte! – Republik

„Neue, digitale Formen des zivil­gesellschaftlichen Aktivismus entstehen. Das ist eine gute Nachricht – die aber auch auf erbitterte Ablehnung stösst.“

Daniel Binswanger liefert eine hervorragende Analyse der #NoLiestal-Kampagne und der am Thema vorbei zielenden Kritik daran.

Neu sind diese Campagning-Formen aber nicht. Mitmach-Kampagnen ähnlicher Art gibt es seit spätestens Mitte Neunziger Jahre. Die erste reine online Kampagne habe ich schon im Jahr 2000 organisiert. Mit der Plattform rinderwahnsinn.ch setzte ich mich für flächendeckende BSE-Tests ein, bis Migros und Coop das in ihren Schlachthäusern einführten.

Die aus Budgetgründen rein online geführte Kampagne war gerade rechtzeitig erfolgreich. Denn lange hätte es so nicht mehr weitergehen können und es hätte Aktionen auf der Strasse gebraucht. Sie waren auch schon in Planung, als die gute Nachricht kam.

Stellt sich also die Frage, wieso solche Ansätze als neu empfunden werden. Meine Hypothese lautet: weil die Gesellschaft heute digitalisierter ist und man dadurch einfach mehr Menschen erreicht.

Beispiel einer virtuellen Demonstration gegen Walfang, 2005 von Greenpeace International. 60’000 Teilnehmer.

— Weiterlesen www.republik.ch/2021/03/27/nononsense-bitte

#BriefeNachBern

#BriefeNachBern

Ich hatte es schon auf Twitter entdeckt, aber eben rief mich auch noch Simon Gehren an, der Organisator der COVID-19-Mahnwachen. Er erzählte mir von der neuen #BriefeNachBern-Kampagne, die gestern gestartet wurde.

Bundespräsident Parmelin sagte an der Medienkonferenz vom 12.03.21, der Bundesrat habe viele Mails und Briefe erhalten. Dem Kontext nach anscheinend (mehrheitlich?) von Menschen, welche schnelle Lockerungen wünschen.

Nun, auch wir können Mails schreiben. Unter dem Hashtag #BriefeNachBern. Die Adressen findet man hier:
https://www.wbf.admin.ch/wbf/de/home/das-wbf/bundesrat.html
https://www.edi.admin.ch/edi/de/home/das-edi/alain-berset.html

Hier ist mein Brief, per E-Mail zugestellt:

Sehr geehrter Herr Bundespräsident Parmelin
Sehr geehrter Herr Bundesrat Berset

Grosse Teile der Bevölkerung sind müde und zermürbt. Gleichzeitig unterstützen laut Umfragen ca. 70% die vom Bundesrat zur Pandemiebekämpfung verhängten Massnahmen.

Es ist das Hin und Her zwischen der Aussicht auf Lockerung, der Hoffnung auf die frühere Normalität und den darauf folgenden Verschärfungen aufgrund von zu viel Leichtsinn, was die Menschen zermürbt. Es ist auch das nicht aufhören wollende Hin und Her bei der Diskussion über die richtigen Massnahmen. Ganz zu schweigen von der Widersprüchlichkeit der Massnahmen, die zum Teil wirklich nicht mehr nachvollziehbar sind.

Viele, die sich in der Regel weniger laut zu Wort melden als die Pandemie-Verleugner, wünschen sich wie ich weitergehende Massnahmen.

Ich wünschte mir ein Europa, das sich zusammensetzt und eine NoCovid-Strategie beschliesst, wie sie Australien und Neuseeland fahren, wo man sogar schon wieder Open Airs mit tausenden von Zuschauern feiern kann. Es wäre theoretisch so einfach…

Die Kosten würden nur einen Bruchteil der jetzigen Kosten betragen und wir hätten schnell unsere alten Freiheiten wieder. Es gibt sowieso kein entweder Wirtschaft oder Schutz der Menschen. Es geht nur beides zusammen.

Das haben auch viele Restaurantbesitzer verstanden, die sich öffentlich gegen die Darstellung von GastroSuisse wehren, sie wollten alle möglichst schnell öffnen. (Es ist für mich selbstverständlich, dass Inhaber, die ihre Geschäfte schliessen müssen, um die Bevölkerung zu schützen, von der Allgemeinheit dafür angemessen entschädigt werden. Die Schweiz kann sich das leisten und muss es auch, damit alle hinter den Massnahmen stehen können.)

Je öfter Sie aber dem Druck der Verharmloser nachgeben, je widersprüchlicher und nicht mehr nachvollziehbar die Massnahmen sind, desto länger wird es dauern, diese Pandemie in den Griff zu bekommen. Und desto teurer wird es. Ob die Schweiz Corona wirklich kann, muss sich erst noch zeigen.

Die Bevölkerung braucht nun etwas, an dem sie sich festhalten kann. Klare Ziele und Massnahmen, die sich nachvollziehbar an diesen Zielen orientieren. Eine NoCovid-Strategie würde alles beinhalten, was Bevölkerung, Gesundheitswesen und Wirtschaft sich erträumen. Wir Menschen haben es auf den Mond geschafft, wieso schafft es eine der reichsten und innovativsten Nationen dieser Erde dann nicht, eine stringente, nachvollziehbare und erfolgreiche Pandemiebekämpfungs-Strategie zu beschliessen und umzusetzen? Nicht nur Inselstaaten wie Neuseeland haben das geschafft. Auch in Vietnam und anderen Staaten war es möglich.

Es gibt kein Argument gegen eine NoCovid-Strategie, das einer ernsthaften Überprüfung standhalten würde, aber es gibt viele dafür.

Bitte wägen Sie diese Argumente ab, wenn Sie morgen über die weiteren Massnahmen zu Beginn der dritten Welle informieren.

Vielen Dank.

Höflichst und mit freundlichen Grüssen,
Peter Metzinger

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Peter Metzinger
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Schule des Lebens – ein treffender Beitrag der Republik

Wir stecken im Schlamassel – aber wir haben einiges draus gelernt. Nun wäre es an der Zeit, diese Lehren in Taten umzusetzen.
— Weiterlesen www.republik.ch/2021/02/04/covid19

Impf-Campaigning: Transparenz wird der Schlüssel sein

Corona-Impfung: Was hilft gegen Skepsis vor der Corona-Impfung? https://www.spektrum.de/news/was-hilft-gegen-skepsis-vor-der-corona-impfung/1817504