Kategorie: Gedanken, Beobachtungen und Diverse

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Swissmem unterstützt das «Team Tech-Industrie» für die eidgenössischen Wahlen

Die Schweizer Tech-Industrie – die MEM-Industrie und verwandte Technologiebranchen – soll in Bundesbern eine noch stärkere Stimme bekommen. Deshalb hat Swissmem für die eidgenössischen Wahlen vom 22. Oktober 2023 das überparteiliche «Team Tech-Industrie» lanciert. Es besteht aus über 30 Kandidierenden, welche die 10 Swissmem-Grundsätze unterstützen und aus der Tech-Industrie oder nahestehenden Organisationen stammen.

Wer genau hinschaut, findet mich im Hintergrund. Nicht vergessen, morgen (Dienstag, der 17. Oktober) ist der letzte Tag für die Briefwahl.

Mehr zum Team Tech-Industrie bei Swissmem:
https://www.swissmem.ch/de/team-tech-industrie.html

Die FDP fordert in einer Medienmitteilung den Bundesrat auf, die Hamas als terroristische Organisation einzustufen und nicht als legitime Partei zu betrachten. Der schändliche Terrorangriff der Hamas auf Zivilisten und den Staat Israel ist aufs Schärfste zu verurteilen. Ebenso muss sichergestellt werden, dass die finanzielle Unterstützung der Schweiz nicht Terroristen zugute kommt. Israel hat das Recht, sich gegen die Angriffe zu verteidigen.

Dem stimme ich zu.

Ebenso Andri Silberschmidt, der schreibt: «Die jüngsten Ereignisse haben uns einmal mehr den Wert unserer Sicherheit vor Augen geführt. Damit diese auch in Zukunft gewährleistet sein wird, brauchen wir eine gut ausgerüstete und alimentierte Armee, die uns am Boden, in der Luft und im Cyberraum vor Gefahren schützen und im Verbund mit unseren Partnern agieren kann.»

Zur Medienmitteilung in voller Länge geht es hier.

Wie ich bereits früher berichtet hatte, sabotiert Smartvote die politische Meinungsbildung, indem Kandidaten gefragt werden, ob sie einen Rentenabbau befürworten, den es nur im nachweislich falschen Lügen-Narrativ der Gewerkschaften gibt, aber nicht in der Realität.

Die NZZ am Sonntag hat die Desinformation der Gewerkschaften heute im Detail auseinander genommen, der Pensionskassenverband ASIP hat darüber berichtet:

https://www.asip.ch/de/newsroom/socialnewsroom/post/322-nzz-die-story-vom-rentenabbau-ist-falsch

Ich finde es weiterhin einen Skandal, dass das nicht korrigiert wird. Es ist noch nicht zu spät, die Wahlunterlagen sind noch nicht da.

Wer jetzt noch Fragen hat, darf mich gerne kontaktieren.

Kürzlich erschien ein hervorragender Artikel in der NZZ («Gute Politik provoziert»). Obwohl ich immer sage, dass es beim Strategischen Campaigning Grundsatz Nr. 1 (Polarisieren, profilieren, positionieren) gerade nicht um provozieren geht, umschreibt er trotzdem, was dieser bedeutet. Es geht darum, überdeutlich mitzuteilen, wofür man steht und vor allem auch, wofür man nicht steht. Dies erleichtert es den Adressierten, zu entscheiden, ob sie sich anschliessen wollen oder nicht.

Gerade den Parteien in der politischen Mitte kann nur dazu geraten werden, sich daran zu orientieren. Denn sie haben es am schwersten.

Während links und rechtes gelogen wird, dass sich die Balken biegen, ist eine Politik der Mitte eher an Fakten orientiert. Die Verteidigung der Freiheit hatte die Jahrhunderte hindurch immer auch mit einer Verteidigung der Wahrheit oder einem Kampf für die Wahrheit zu tun.

So ist es auch kein Zufall, dass mein politisches Profil laut Vimentis perfekt in der Mitte liegt. Und wer mich kennt wird sich nicht wundern, dass ich auf der Achse konservativ-innovativ weit oben positioniert bin.

Im folgenden ein paar Auszüge aus dem Artikel der Neuen Zürcher Zeitung vom 02. September 2023, versehen mit Kommentaren von mir. Besonders bedenklich ist einer der Gründe, weshalb so wenig polarisiert wird: Angst! Wie weit sind wir gekommen, dass wir uns aus Angst vor Attacken die Freiheit nehmen lassen, zu sagen, was wir denken?

Aus Furcht vor Anwürfen der Gender-, Klima- und Wokeness-Lobby und der SVP vermeidet die bürgerliche Mitte vor den Wahlen klare Aussagen. Das ist fatal. Von Christina Neuhaus

Zweimal in diesem Wahlkampf hat die FDP Mut gezeigt: Das erste Mal legte sie sich mit grünen Aktivisten an. Zum Auftakt des Wahlkampfs publizierte sie ein Bild von Klimaklebern, die ein Ambulanzfahrzeug behindern. Darunter stand: «Anpacken statt ankleben». Das Resultat war ein allgemeiner Aufschrei. Weil das Bild mithilfe von künstlicher Intelligenz erstellt worden war, erschallte prompt die Forderung nach einer politischen Lauterkeitspolizei. Schliesslich sei in der Schweiz noch nie eine Ambulanz wegen eines Klimaprotests steckengeblieben. Und überhaupt: Man ist doch nicht so gemein mit idealistischen jungen Leuten.

Wenig später fassten sich die freisinnigen Parteistrategen ein zweites Mal ein Herz. Die Partei veröffentlichte ein Papier zur Asylsituation und zur Zuwanderung. Motto: «hart, aber fair». Und wieder war die Empörung gross. Die «Aargauer Zeitung» fragte bang: «Überholt die FDP jetzt Glarners SVP?» Radio SRF liess einen bekannten Politgeografen sagen, was man selber dachte: «Die SVP freut’s.»

Die ungnädigen Reaktionen verfehlten ihre Wirkung nicht. Aus Angst vor dem eigenen Mut zog sich die FDP wieder in ihr Floskel-Reduit zurück. Sie will nun wieder die Wirtschaft stärken und den Wohlstand ausbauen, die Schweiz stark machen und Verantwortung übernehmen.

Meiner Meinung nach handelt es sich bei einer Strategie des Rückzugs auf die traditionellen Themen, bei denen man sich sicher fühlt, um eine Reduit-Strategie des negativen Wachstums (nett ausgedrückt). Nicht umsonst heisst es beim Militär «Angriff ist die beste Verteidigung»….

Die FDP ist nicht die einzige Partei, die mit Null-Botschaften in den Wahlkampf zieht. Seit das SRG-Wahlbarometer ergeben hat, dass 44 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer aufgebauschte emotionale Debatten für ein Ärgernis halten, ist der Fachausdruck Polarisierung zum Schmähwort geworden.

Gerhard Pfister, der gewiefte Präsident der zwischen den Polen ruhenden Mitte-Partei, war der Erste, der aus dem Unmut über zu laute Politik Kapital schlug. Seine Partei verzichtet im Wahlkampf weitgehend auf politische Forderungen und wirbt stattdessen damit, dass man sich «gegen die Polarisierung stemme». Pfister ist überzeugt, dass sich die Schweizerinnen und Schweizer weniger über konkrete kontroverse Themen wie Wokeness-, Gender- oder Klimakleber-Aktionen ärgern als vielmehr über den Stil der Auseinandersetzung.

Nicht schlecht. «Polarisieren versus nicht polarisieren», das ist auch eine Polarisierung. Man kann über Gerhard Pfister denken, was man will, nur eines darf man nicht: seine strategischen Fähigkeiten unterschätzen.

(…)

Angst führt zu intellektueller Selbstverzwergung

Die Folge ist in vielen Fällen Selbstzensur. Es beginnt damit, dass Politiker, Wissenschafterinnen oder Künstler gewisse Themen meiden. Diese Neigung zur Stromlinie zeigt sich nicht nur im weltweiten Netz, sondern zunehmend auch im realen Leben. Da ist der Autor, der ein Brecht-Zitat aus einem noch unveröffentlichten Essay entfernt, weil sowohl Brecht als auch sein Werk nicht frei von Sexismus sind. Dort ist die Wissenschafterin, die eine kontroverse Studie lieber nicht kommentiert, weil sie weiss, dass sie von ihrer «progressiven» Universitäts-Bubble in die rechte Ecke gestellt wird.

Es war nur eine Frage der Zeit, bis diese intellektuelle Selbstverzwergung auch die Politik erfasste. Weil nur linke und rechte Polparteien von Gender- und Wokeness-Disputen profitieren, meiden die anderen Parteien das Schlachtfeld des modernen Kulturkampfs. Und nicht nur das: Die Furcht vor den drei grossen P, Polarisierung, Polemik und Provokation, ist offenbar so gross, dass die Parteien gleich jedem potenziell kontroversen Thema aus dem Weg gehen. Bei der FDP ist die Angst, liberale Kante zu zeigen, so ausgeprägt, dass die sicherheitspolitischen Kerndossiers von Parteipräsident Thierry Burkart in der Dachkampagne gar nicht erst erwähnt werden.

Ich mache jetzt mal den Anfang: die Grenzüberschreitungen der Woke-Besessenen sind genauso schlimm, wie das, gegen das sie sich angeblich richten. Hier wird einfach eine Form der Intoleranz und Unterdrückung durch eine andere ersetzt. Kein Wunder, dass sich echte Feministinnen dagegen genauso wehren wir echte Klimaschützer die Klimakleber kritisieren. Tiefgang statt Oberflächlichkeit, Fakten statt Ideologie – nur so können wir die grossen Herausforderungen unserer Zeit meistern.

Diese Hasenherzigkeit ist nicht unbemerkt geblieben. Der SRF-Journalist Reto Lipp warb kürzlich für die Sendung «Eco Talk» mit der Aussage: «Die Politik verschläft die wichtigsten Wirtschaftsthemen. Wir nicht. Bei uns geht es um sinkende Reallöhne, Wirtschaftsabschwung, Zuwanderung, steigende Mieten und Europa.»

Der Mann hat recht. Das sind die Themen, auf die die Bürgerinnen und Bürger Antworten erwarten. Denn die Menschen in diesem Land sind nicht politikmüde. Sie haben es nur satt, dass heute mehr über die genderneutrale Beschriftung der Toilettenanlagen in der Fachhochschule für Befindlichkeiten gestritten wird als über Europa- oder Wirtschaftsthemen. Genau hier müssten die nicht polarisierten Parteien der bürgerlichen Mitte einsetzen. Von ihnen wird erwartet, dass sie zwischen der Die-Rechnung-dem-Staat-Politik der Linken und dem Die-Ausländer-sind-schuld-Mantra der SVP Mehrheiten bilden.

Tja, und da wären ja auch noch weitere Themen: Klimaerhitzung, Biodiversitätskrise, Angriffe auf unsere Freiheit durch Leute, die diese Krisen zum Durchsetzen ihres merkwürdigen Gedankenguts missbrauchen, unsichere Energieversorgung, Wohnungsnot, explodierende Gesundheitskosten, regelrechte Völkerwanderungen, sinkende Renten…

Diese noch nicht einmal vollständige Liste von krisenbehafteten Themen steht beispielhaft für ein beispielloses Versagen unserer politischen Institutionen. Wir stehen vor gewaltigen Problemen, die mit konventionellen Methoden offensichtlich nicht mehr zu lösen sind. Es braucht in der Politik jetzt völlig neue Ansätze.

Politischer Anstand ist wichtig, doch ohne kluge Provokationen und politische Angriffslust liessen sich noch nie Wahlen gewinnen. «Kein grosses Denken ohne grosse Beleidigung», schrieb Maxim Biller einmal. In seiner legendären Vor-Jahrtausendwende-Kolumnenserie «100 Zeilen Hass» begab sich der streitbare Autor Monat für Monat «auf die Suche nach Wahrheit und Ehrlichkeit» und sah dabei oft klarer als die neonfarbenen Kultur-Materialisten des ausgehenden 20. Jahrhunderts.

Biller weiss: Es sind die intellektuellen Polemiken, die eine Gesellschaft weiterbringen (…)

Dass alle Bundesratsparteien gemeinsam eine Vorlage unterstützen, wie das noch in den 1970er Jahren üblich war, kommt heute nur noch in Ausnahmefällen vor. Die Zeit der grossen Kompromisse ist vorbei. Sogar im Ständerat fallen Abstimmungen immer knapper aus. Dieses Signal der parteipolitischen Blockade ist fatal. Denn die Schweizerinnen und Schweizer zweifeln nicht an der direkten Demokratie. Sie zweifeln an der Lösungsfähigkeit der Parteien und ziehen sich deshalb zunehmend aus der Politik zurück. Die Gewinner sind die Polparteien: Je weniger Wähler an die Urne gehen, desto stärker nützt der Mobilisierungseffekt den lauten Parteien. Will die bürgerliche Mitte am 22. Oktober nicht weiter verlieren, muss sie konkrete Lösungsansätze präsentieren, die Linke wie die Rechte herausfordern. Frei nach Biller: Keine gute Politik ohne Provokation.

Es ist Zeit, «Zeitgeistigen Unsinn (wieder) als das (zu) bezeichnen, was er ist»

Der SVP-Energieminister erklärt, weshalb er zurzeit nicht über neue Atomkraftwerke reden will.

Genau meine Meinung: «Ich habe im Moment wirklich gar kein Interesse, eine Debatte über die Kernkraft loszutreten. Meine persönliche Haltung zu diesem Thema ist bekannt, es ist auch kein Geheimnis, dass ich mich als Nationalrat gegen die Energiestrategie eingesetzt habe. Aber das Volk hat sie angenommen. Das gilt es zu akzeptieren. Jetzt müssen wir diesen Weg gehen und im Interesse des Landes versuchen, diese Strategie so gut wie möglich umzusetzen. Es ist nicht meine Aufgabe, Diskussionen über die Kernkraft zu führen. Wir brauchen den zusätzlichen Strom dringend. Es wäre gefährlich, diese Bemühungen mit Grundsatzdiskussionen zu torpedieren. Das würde sofort Druck wegnehmen und den Gegnern von neuen Kraftwerken für erneuerbaren Strom Argumente liefern. Unsere unmittelbaren Probleme lassen sich mit neuen Kernkraftwerken kurzfristig sowieso nicht lösen.»

Zum Interview: www.nzz.ch/schweiz/albert-roesti-will-keine-debatte-ueber-neue-akw-diese-diskussion-ist-muessig-wenn-nicht-sogar-kontraproduktiv-ld.1756396

Antwort eines Journalisten auf unsere Medienmitteilung über den neuen FDP-Song:

Nach interner Rücksprache muss ich dir leider mitteilen, dass wir keine Geschichte daraus machen werden, weil alles Politische im Moment wegen den anstehenden Wahlen mit Samthandschuhen angefasst wird und wir wenn möglich nicht direkt über Wahlwerbung berichten und politische Themen so drehen, damit sie nicht zu stark zur Wahlwerbung werden (was bei diesem Song nicht möglich ist, weil dies ja der eigentliche Zweck davon ist).

Meine Antwort:

Wir nehmen dann einen zweiten Anlauf und klauen etwas von AC⚡️DC. Dann bekomme ich erstens einen Anruf von Angus Young und zweitens berichten dann alle Medien darüber 😂

Frei nach dem Motto «Lernen von der SVP» – Oder?

Den Song gibt’s übrigens aus iTunes, Spotify und hier:

Und einen Artikel über die Medienmitteilung hier:

https://mrcampaigning.com/2023/09/12/original-liberal-der-fdp-song-zum-verfassungsjubilaeum/

Pünktlich zum 175. Jubiläum der Verfassung der modernen Schweiz haben Nationalratskandidatin Esther-Mirjam de Boer, Nationalratskandidat Nicolas Zahn und ich (alles Kandidaten der FDP Kanton Zürich)  einen selbst komponierten Rocksong veröffentlicht, den wir den Werten widmen, die die Schweiz stark gemacht haben.  Zusammen mit einem weiteren FDP-Mitglied haben wir ihn zwischen Mitte Mai und August komponiert und am 3. September in einem Profi-Studio eingespielt und aufgenommen. Er handelt vom Liberalismus, von Politik mit Anstand und der Schwierigkeit, komplexe Botschaften einfach zu vermitteln. 

Es war am 13. Mai 2023 während dem Kickoff-Meeting für die Zürcher Nationalratskandidaten, als ich spontan in die Runde fragte, ob sich unter den Kandidatinnen und Kandidaten Musiker befänden, mit denen man eine FDP-Band für den Wahlkampf gründen könnte. Esther-Mirjam de Boer und Nicolas Zahn meldeten sich spontan und schon am Nachmittag schickte Esther eine erste Idee für Text und Melodie. 

Ich, der ich in meiner Freizeit Leadgitarrist bei der Spartanischen Hard Rock’n’Roll Band 300 Rock bin, durchforstete meine Sammlung eigener Riffs, fand einen passenden und so waren die ersten Elemente des neuen Songs bereits am 13. Mai vorhanden.

Ein Treffen zum gemeinsam Komponieren dauerte dennoch bis zum 19. August, als sich Esther, ich und ein weiteres FDP-Mitglied an einem Anlass der FDP Uitikon mit Akustik-Gitarren und Bass zusammenfanden, um zu komponieren. Dort wurde Original Liberal auch das erste Mal vor einem begeisterten Publikum vorgeführt. Am 3. September wurde der Song im Studio der Produktionsfirma Audeo Productions aufgenommen. 

Original Liberal ist eine Eigenkomposition und hat das Zeug zum Ohrwurm. Er handelt von der Geschichte der Liberalen, die sich für die Wirtschaft und eine starke Schweiz einsetzen, indem sie «Politik mit Anstand» machen und sich für Sicherheit, Energieversorgung, Bildung und Freiheit engagieren. Ergänzt wird dies durch den Appell, die Demokratie und die internationale Zusammenarbeit zu stärken – liberale Werte, die die Schweiz rocken. 

Original Liberal ist auch auf Apple Music & iTunes, und bald auf Spotify und TikTok verfügbar. 

Apple: https://music.apple.com/ch/album/original-liberal-single/1706844375

YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=UUHyjnwoCZ8

Die Werbewoche schreibt unter dem Titel «Werbung für den Wandel» über erfolgreiche Kampagnen für einen guten Zweck. Am Ende gibt’s dann noch ein Interview mit «Mr. Campaigning».

Z.B. präsentierteTom Schwarz von Seven.One Ad Factory auf dem Screenforce Day die erfolgreiche Flutwein-Kampagne “Unser schlimmster Jahrgang”. Die Crowdfunding-Kampagne unterstützte das vom Hochwasser betroffene Ahrtal und erzielte mehr als 4.4 Millionen Euro Spenden sowie eine gesteigerte Bekanntheit der Weinregion. Die Kampagne von Dove, das “Reverse Selfie”, wurde als beste soziale und nachhaltige Kampagne im Good Report 2022 ausgezeichnet. Sie sensibilisierte für den Schönheitswahn in sozialen Medien und erreichte über 6 Milliarden Impressions. Die “Recipes Rewritten”-Kampagne der Schweizer Krebsliga passte Rezepte von Starköchen an, um Krebspatienten den Geschmack wiederzugeben. Sie erzielte ein Medienecho mit einem Wert von CHF 1,6 Millionen und einer Reichweite von 7,3 Millionen. Die Kampagne fokussierte auf Genussmomente und gemeinsame Erlebnisse anstelle von Mitleid. Mehr dazu hier.

Auch auf die berühmte Ice Bucket Challenge wurde eingegangen. Sie war im Sommer 2014 ein grosser Erfolg. Menschen filmten sich beim Übergiessen mit Eiswasser und teilten dies in den sozialen Medien. Es wurden 200 Millionen US-Dollar Spenden gesammelt und prominente Persönlichkeiten wie Eminem und Rihanna beteiligten sich.

«Das Wichtigste, um die Menschen zu motivieren, etwas zu tun, sind Emotionen», bestätigt auch Peter Metzinger, der als «Mr. Campaigning» Unternehmen, Verbände und Organisationen unterstützt, Veränderungen voranzutreiben (siehe freistehendes Interview). Und neben den Gefühlen, sagt der Experte, müssen Kampagnen, die etwas für den guten Zweck bewirken wollen, so einfach sein wie möglich.

Allerdings wussten viele Teilnehmer nicht, dass die Aktion auf die Krankheit ALS aufmerksam machen sollte und wer der Initiator war. Dies zeigt den Nachteil von Social Media-Kampagnen, bei denen oft nicht klar ist, worum es eigentlich geht.

Werbung oder Campaigning

Manchmal liegt das aber auch daran, dass man die Kampagne als Werbekampagne definiert, anstatt sie von Anfang an unter dem Blickwinkel des Campaigning zu sehen. Campaigning kennt nämlich keine Zielgruppen, sondern nur Mitmachende. Jemanden als Komplizen zu betrachten, führt zu einem ganz anderen Verhalten, als wenn ich die Person als passive Informationsempfängerin sehe.

Interview mit «Mr. Campaigning»

Seine erste Kampagne im Bereich Charity und NGOs lancierte Peter Metzinger 1982 – seit mehr als vierzig Jahren ist er nun der Schweizer «Mister Campaigning». Worauf kommt es bei seiner Arbeit an?

m&k: Peter Metzinger, wie schaffen es Organisationen, dass Campaigning-Projekte viral gehen?

Peter Metzinger: Dafür gibt es kein Erfolgsrezept. Aber es gibt durchaus Faktoren, die die Erfolgswahrscheinlichkeit von Kampagnen und Veränderungsprojekten steigern. Unter anderem ist es wichtig, zu polarisieren. Nicht anders sein, sondern komplett anders! Um Menschen zu etwas zu bewegen, braucht es ausserdem Emotionen und eine gewisse Einfachheit. Es kann auch helfen, in Szenarien zu denken – vom Worst Case bis zum Best Case. Und sich Strategien zu überlegen, wie man im jeweiligen Fall reagiert.

Wie unterscheidet sich Campaigning von klassischer Kommunikation, bei der es ja meist darum geht, möglichst viel zu verkaufen?

Beim Campaigning möchte man Menschen dazu bewegen, einem bei der Zielerreichung zu helfen. Wer möchte, dass Menschen ihm helfen, muss sich mit ihnen beschäftigen. Um das Budget optimal zu nutzen, will man nur Instrumente einsetzen, die auch wirklich etwas bewirken. Solche Kampagnen lassen sich nicht so lange im Voraus planen wie klassisches Marketing, sondern müssen immer wieder an unvorhergesehene Ereignisse angepasst werden. Denn sobald ein Zwischenziel erreicht ist, ist die Situation nicht mehr dieselbe und es gibt oft Folgewirkungen, die man nicht voraussehen kann.

Die Themen, um die es geht, sind meist ziemlich sensibel: Krankheit, Politik, Missstände. Was heisst das für die Kreation?

Sie muss viel empathischer sein. Klassischer Werbesprech, der alles schönredet, und die typischen PR-Slogans funktionieren dabei nicht. Wer möchte, dass Menschen zuhören und vielleicht auch ihre Freizeit oder eine Spende dafür opfern, muss viel stärker auf seine Zielgruppen eingehen und deren ganz eigene Sprache sprechen.

 

 

Und wieder einmal verbreitet Smartvote Falschinformationen. Schon bei den Kantonsratswahlen musste ich ihnen verbieten, meinen Smartspider zu publizieren, weil er ein völlig falsches Bild meiner politischen Einstellung und Ziele vermittelte, wie schon beim ersten Mal 2018, als ich den Fragebogen versuchsweise ausfüllte.

Als ich vorgestern die 75 Fragen von Smartvote beantworten wollte, gab ich bei der vierten Frage auf.

Sie lautet «Im Rahmen der BVG -Reform sollen die Renten gekürzt werden (Senkung Mindestumwandlungssatz von 6.8% auf 6%). Befürworten Sie diese Massnahme?»

Diese Aussage ist falsch. Wie kann ich sie also beantworten? Soll ich einer Falschinformation zustimmen?

Begründung:

Die Rente in der zweiten Säule (BVG) wird aus einem persönlichen Sparkonto bezahlt, in das man während seines Arbeitslebens via Lohnabzüge eingezahlt hat. Der Arbeitgeber verdoppelt die Sparbeiträge mindestens. Bei 86% der Versicherten zahlt der Arbeitgeber sogar noch mehr ein. Damit das Angesparte bis zum Lebensende für die Rente reicht, muss es rationiert werden. Das passiert mithilfe des Umwandlungssatzes. Mit ihm wird berechnet, wieviel jährlich ausbezahlt werden kann, damit das angesparte Alterskapital bis zum Lebensende reicht. Heuet beträgt er 6.8%, was bedeutet, dass pro CHF 100’000 Alterskapital jährlich CHF 6’800 ausbezahlt werden können. (Die meisten Versicherten wissen gar nicht, wie viel Geld sie in der zweiten Säule haben…)

Weil wir wegen der gestiegenen Lebenserwartung heute 1/3 länger in Rente sind, als bei Einführung des BVG, ist ein Umwandlungssatz von 6.8% zu hoch, denn dann reicht das Geld nicht mehr bis zum Lebensende. Die Differenz muss von den Renditen der jüngeren Generationen abgezweigt werden. Das ist die so genannte Umverteilung.

Im Rahmen der BVG21-Reform wird deshalb nun der gesetzliche BVG-Mindest-Umwandlungssatz auf 6% gesenkt. Das heisst, dass die davon betroffenen Versicherten nur noch CHF 6’000 pro CHF 100’000 und Jahr bekommen würden, wenn es keinen Ausgleich gäbe. Davon betroffen sind aber nur 14% der Versicherten. Denn bei denen, die mehr als das Minimum an Alterskapital haben, wurde der faktische Umwandlungssatz schon lange gesenkt und an die gestiegene Lebenserwartung angepasst.

Ein Ziel der BVG21 ist, dass es trotz Senkung des Mindest-Umwandlungssatzes nicht zu Renteneinbussen kommt. Das wird durch verschiedene Ausgleichsmechanismen erreicht. Weil sich im Parlament die politische Linke mit ihren Forderungen nach einer neuen Umverteilung durchsetzen konnte, gibt es solche Ausgleichszahlungen jedoch nicht nur für die betroffenen 14% der Versicherten, sondern für die Hälfte.

Konkret bedeutet das:

Im Rahmen der BVG-Reform gibt es für niemanden weniger Rente und für 36% der Versicherten sogar noch eine Rentenerhöhung. (Das kann man alles beim Schweizerischen Pensionskassenverband ASIP nachlesen, wo es auch einen Faktencheck zum Thema gibt.)

Dass die Gewerkschaften nun trotzdem mit der Lüge, die Reform führe zu sinkenden Renten bei steigenden Kosten das Referendum ergriffen haben, ist für sich schon ein Skandal.

Dass Smartvote jedoch diese Lüge auch noch in ihren Fragebogen eingebaut hat, grenzt an Sabotage bei der politischen Meinungsbildung.

Das zeigt sich auch darin, dass auf meine Richtigstellungen nicht eingegangen wurde und man mir seitens Smartvote antwortete, die Falschaussage sei korrekt.

Ich hatte schon lange den Verdacht, dass Smartvote einen starken Linksdrall hat und ein falsches Bild der liberalen Politik verbreitet. Wie sonst kann es sein, dass der Smartspider von mir den Eindruck vermittelt, Umweltschutz würde mich nicht interessieren? Nach dem jetzigen Vorfall ist aber klar, dass Smartvote gezielt Desinformation betreibt.

Wie diese Organisation den Begriff des Liberalismus missbraucht, kann man in der heutigen NZZ nachlesen, in der auch über die Desinformation zur BVG-Reform berichtet wird (kostenpflichtig bzw. für Abonnenten):

https://www.nzz.ch/schweiz/smartvote-ld.1750126

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