Meinungsfreiheit beinhaltet nicht auch noch das Recht, ernstgenommen zu werden

Meinungsfreiheit beinhaltet nicht auch noch das Recht, ernstgenommen zu werden

(Bildquelle: https://physicsworld.com/a/fighting-flat-earth-theory)

Seit Jahrzehnten schon werde ich immer wieder in Diskussionen mit Realitätsverweigerern verwickelt. Damit meine ich Menschen, die sich eine Meinung entweder aufgrund von nachweislichen Falschinformationen bilden oder indem sie wesentliche, nachweislich korrekte Fakten einfach ausser Acht lassen oder irgendwie verdrehen. Sie könnten es ja besser wissen…

In den achtziger Jahren ging es um Fragen der Energieproduktion und des Klimawandels, heute geht es um die Ursache und Bekämpfung des nicht mehr abzustreitenden Klimawandels, um COVID-19 und den Nutzen von Impfungen.

Gerade in letzter Zeit, im Zusammenhang mit der Pandemie, heisst es dann immer wieder, man habe ein Recht auf eine eigene Meinung. Donald Trump meinte gar, er habe ein Recht auf eigene Fakten. Während letzteres totaler Blödsinn ist, kann man ein Recht auf eine eigene Meinung nicht abstreiten.

Leider wird jedoch das Recht auf eigene Meinung mit einem Recht verwechselt, mit dieser eigenen Meinung auch ernstgenommen zu werden.

Dass dieses Recht so nicht existiert, folgt alleine schon aus der Tatsache, dass es Menschen gibt, die der Meinung sind, die Erde sei flach. Es wäre fatal, jede Meinungen ernst zu nehmen, wie dieses Beispiel deutlich zeigt. Die Gesellschaft würde jegliche Orientierung verlieren, eine Einigung auf gemeinsame Wahrheiten wäre nicht mehr möglich, ein Rückfall in Zeiten des Aberglaubens und der Glaubenskriege wäre unvermeidbar.

Ein Recht darauf, mit einer Meinung ernstgenommen zu werden, setzt voraus, dass man diese Meinung anhand von nachweislich wahren oder korrekten Fakten gut begründen kann oder alternativ dass man zugibt, sich auf dem Feld der Spekulation zu bewegen und damit auf den Anspruch verzichtet, die Wahrheit zu vertreten.

Wer seine Meinung mit Wahrheiten begründen kann oder wer zugeben kann, dass seine Meinung vielleicht nicht der Wahrheit entspricht, kann ernstgenommen werden. Denn diese Person ist der Wahrhaftigkeit verpflichtet.

Das Recht darauf, mit einer eigenen Meinung auch noch ernstgenommen zu werden, setzt voraus, dass man sich der Wahrhaftigkeit verpflichtet.