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Das Limmattal als Power-to-X-Pionierregion

Seit über 8 Jahren engagiere ich mich für bessere Rahmenbedingungen und die Beseitigung regulatorischen Hürden für die Erforschung und Produktion synthetischer Treibstoffe. Solche Treibstoffe (und Brenn- sowie Kunststoffe) werden hergestellt, indem man Kohlenstoff in Form von CO2 aus unvermeidbaren industriellen Abgasen, sowie aus der Atmosphäre filtert und mit Wasserstoff reagieren lässt. Als Produkt schaut entweder Methan heraus, Methanol oder ein als synthetisches Rohöl bezeichnetes Kohlenwasserstoff-Gemisch, aus dem Benzin, Diesel, Kerosin usw. gewonnen werden können. Den Wasserstoff gewinnt man aus der Spaltung von Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff mit Hilfe von erneuerbarer Energie. Deshalb nennt man diese Technologie auch Power-to-X, wobei das X für Wasserstoff, Methan, Brenn- oder Treibstoffe stehen kann, aber auch für Plastik bis hin zu Proteinen.

Seit etwa 2015 erlebe ich immer wieder an Veranstaltungen, wie der Name Limeco fällt – in Bern, an der FH OST in Rapperswil und anderen Orten im Rahmen von Power-to-X-Veranstaltungen. Der Grund ist einfach: im Limmattal bei der Limeco steht die erste industrielle Power-to-Gas-Anlage der Schweiz.

Power-to-X am 23. Januar im Startup Space Schlieren

Diese Pionierrolle und was es genau mit der Power-to-X-Technologie auf sich hat, werden Regierungsrätin Carmen Walker Späh und ich am 23. Januar ab 18 Uhr im Startup Space in Schlieren im Rahmen einer Veranstaltung der FDP Bezirkspartei Dietikon erläutern und diskutieren.

Dabei geht es auch um eine Vision von zwei Kohlenstoff-Kreisläufen, wie sie in der Grafik zu diesem Artikel dargestellt sind.

Schreiben Sie mir, um mehr zu erfahren oder kommen Sie einfach am 23. Januar in den Startup Space in Schlieren.

Weitere Informationen und das genaue Programm folgen in einem Artikel in den kommenden Tagen. Folgen Sie diesem Blog, um nichts zu verpassen.

Die Zukunft von Limeco als Klima-Hub fürs Limmattal

Noch ein paar Worte zur Limeco, aufgrund von aktuellen Diskussionen:

Das Limmattal ist für einen Ausbau der Fernwärme einer der idealsten Räume der Schweiz, auch um die Abwärme aus der KVA und der ARA effizient zu verwerten. Trotz laufenden Investitionen in den Ausbau, ist die Fernwärme bereits seit letztem Jahr in den schwarzen Zahlen. Dies ohne Quersubventionen. Limeco hat 2016 mit dem Bau der Fernwärme begonnen und ist somit bereits nach 5 Jahren in der Lage Gewinne auszuweisen. Der Businessplan der KVA zeigt aber auch auf, dass nach der notwendigen Erneuerung der Anlage nur mit einer Kapazität von etwa 160’000 Tonnen pro Jahr eine Reduktion der Sackgebühren für alle Einwohner des Limmattals realisiert werden kann.

Unter anderem, weil der Bund eine Rückgewinnung von CO2 verlangt. Dies und weitere Auflagen ergeben Mehrkosten. Bei einer Kapazität von 50’000 Tonnen, müssen die gleiche komplexe Technologie und die gleiche Mannschaft für den Betrieb eigesetzt werden, wie für eine grössere Anlage. Die relativ hohen Fixkosten führen deshalb zu relativ hohen Kosten pro Abfallsack, es sei denn, sie können auf eine grössere Menge an Abfallsäcken verteilt werden.

Eine grössere Anlage, deren CO2-Ausstoss für die Produktion synthetischer Treib- und Brennstoffe rezykliert wird, bietet eine einmalige Chance für ein CO2-neutrales Limmattal, denn eines Tages wird dort nur noch Plastik verbrannt, der ohne fossiles Erdöl rein mittels Power-to-X produziert wurde. Dann sind die in der Grafik gezeigten Kreisläufe geschlossen und der fossile Kohlenstoff kann im Boden bleiben, während wir Klimaschutz ohne Komforteinbussen realisiert haben werden.

P.S. am 12. Februar nicht vergessen, mich in den Kantonsrat zu wählen. Oder treten Sie meinem UnterstützerInnen-Komitee bei. Mehr dazu hier: PeterMetzinger.com/Politik

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