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Blaue Ökologie statt grüner Verbote

Seit ich «Blaue Ökologie statt grüner Verbote» auf meinen Wahlkampfplakaten stehen habe, werde ich immer wieder gefragt, was damit gemeint ist. Mit diesem Artikel versuche ich eine Erklärung.

Von aussen betrachtet ist die Erde blau

Wenn man die Perspektive einnimmt, aus der man erkennt, dass es sich beim Planet Erde um ein fast geschlossenes Ökosystem handelt, bei dem praktisch nur Energie (von der Sonne) aufgenommen und wieder abgegeben wird (in Form von Wärmestrahlung), dann ist sie nicht grün, sondern blau.

Alles auf der Erde bewegt sich in Kreisläufen

Sämtliche Rohstoffe bewegen sich auf der Erde in Kreisläufen, sofern der Mensch das ausgewogene und fragile Gleichgewicht des Ökosystems Erde nicht durcheinanderbringt, indem er Rohstoffe schneller verbraucht, als sie nachgeliefert werden.

Blaue Ökologie ist eine nachhaltige Wirtschaft durch die Kombination von Kreislaufwirtschaft, Forschung, Innovation und Unternehmertum

Auf dieser Erkenntnis beruht das Prinzip der Blauen Ökologie: Abfall wird zu Nahrung für den nächsten Prozess, der aus dem Abfall ein neues Produkt macht, das dann nach seinem Verbrauch zum Wertstoff für den nächsten Kreislauf wird oder das sich im gleichen Kreislauf weiter bewegt. Ermöglicht wird eine solche, nachhaltige Wirtschaftsweise durch Forschung, Innovation und Unternehmertum.

Dieser Ansatz steht im krassen Widerspruch zu den Forderungen grüner Parteien und Akteure nach Verzicht und Effizienz.

Verzicht und Effizienz bringen nicht die Lösung

Mit Verzicht können wir zum Beispiel die Klimakrise nicht bekämpfen, denn weil das Ziel Netto Null CO2-Ausstoss lautet, müssten wir komplett auf alles verzichten. Das ist völlig unrealistisch.

Effizienz kann aus dem gleichen Grund auch nicht die Lösung sein. Effizienz ist zudem irrelevant, wenn genügend Energie zur Verfügung steht und man in Kreisläufen wirtschaftet.

Natur liebt Luxus

Wäre ein Kirschbaum effizient, würde er während seines Lebens eine einzige Blüte hervorbringen und nur eine einzige Kirsche. Stattdessen herrscht in der Natur, wie man im Frühling sieht, mehrheitlich luxuriöse Verschwendung. Sie kann es sich leisten, denn alles wird in Kreisläufen wiederverwertet, weil sie keine Abfall- sondern Wertstoffe produziert.

Verzicht und Effizienz können uns zwar zusätzliche Zeit verschaffen, indem sie dafür sorgen, dass vorübergehend weniger CO2 in der Atmosphäre angereichert wird. Weil sie aber keine funktionierende Lösung zur Erreichung aller Klimaziele sein können, bleibt nur noch die Blaue Ökologie zur Rettung der Stabilität des Klimas und der Zuverlässigkeit von Jahreszeiten.

Power-to-X ist ein Baustein der Blauen Ökologie

Eine Technologie, die dem Prinzip der Blauen Ökologie entspricht, ist Power-to-X: die Umkehrung des Verbrennungsprozesses.

Indem die Industrie Kohlenstoff in Form des Klimakillers CO2 aus der Atmosphäre entnimmt, um damit synthetisches Methan («Erdgas»), synthetische Treibstoffe, Brennstoffe oder Kunststoffe zu produzieren, kann die Menschheit die fossilen Kohlenstoff-Lagerstätten in der Erde ruhen lassen und trotzdem weiterhin Kohlenwasserstoffe wie Erdgas und Kerosin verwenden – solange die Energie zur Herstellung erneuerbar ist.

Die Vision geschlossener Kohlenstoff-Kreisläufe

Denn Verbrennungsmotoren und Heizungen funktionieren dann praktisch CO2-neutral. Das CO2, das sie ausstossen, wurde ja zuvor aus der Atmosphäre entnommen. Power-to-X stärkt zudem die Versorgungssicherheit, weil weltweit fast sämtliche Küstenregionen geeignete Standorte sind und beschleunigt ohne Verbote die Energiewende.

Globaler Power-to-X-Atlas des Fraunhofer Instituts | https://maps.iee.fraunhofer.de/ptx-atlas/

Mit der Limeco geht das Limmattal voran

Was nach Science Fiction klingt, ist im Limmattal mit der ersten industriellen Power-to-Gas-Anlage der Limeco heute schon Realität.

Wie die Technologie funktioniert, welche Kreisläufe damit möglich werden, welche Pionierrolle das Limmattal und der Kanton Zürich dabei spielen, das erfahren Sie am 23. Januar um 18 Uhr im Startup Space Schlieren von Regierungsrätin Carmen Walker Späh und von mir, in meiner Funktion als Co-Geschäftsführer des Swiss Power-to-X Collaborative Innovation Network (SPIN).

Anmeldung (kostenlos) unter www.power-to-x.eventbrite.ch

P.S. nicht vergessen: am 12. Februar Liste 3 wählen oder Peter Metzinger panaschieren und kumulieren.

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