WeBlog

Macht ist nicht negativ

Wenn ich (neuerdings) erkläre, dass es beim Campaigning um mehr Macht und Einfluss geht, rümpft mein Gegenüber nicht selten die Nase und sagt mir, das dürfe ich auf gar keinen Fall so sagen. „Einfluss, okay, aber Macht ist zu negativ“… Macht ist tatsächlich ein Begriff, der oft negative Konnotationen hervorruft, assoziiert mit Unterdrückung, Gier und Korruption. Doch ist Macht an sich wirklich schlecht? Muss ich nun Angst haben, meine Reputation zu verspielen?

Zum einen sicher nicht, wegen Strategischem Campaigning Grundsatz Nr. 1: Polarisieren, profilieren, positionieren. In anderer Form heisst das auch «Campaigning für niemanden machen». Denn wir brauchen in der Schweiz keine 8 Mio. Auftraggeber. Uns genügt ein Dutzend völlig. Und das ist praktisch niemand. Und wenn diesen sehr wenigen gefällt, was ich sage, ist die Welt in Ordnung.

Um diese Frage genauer zu beantworten, ist es wichtig, Macht nicht nur durch die Linse ihrer negativen Auswirkungen zu betrachten, sondern auch ihr Potenzial für positive Veränderungen zu erkennen. Ein prägnantes Beispiel hierfür ist Geld – ein Werkzeug, das sowohl für schädliche als auch für wohltätige Zwecke eingesetzt werden kann.

Geld, eine der ältesten Erfindungen der Menschheit, dient als universelles Tauschmittel, das den Handel zwischen Menschen erleichtert, die unterschiedliche Güter und Dienstleistungen anbieten. Es fördert die Effizienz, indem es den Bedarf an direktem Tauschhandel eliminiert und eine Wertmessung für unterschiedlichste Produkte und Dienstleistungen bereitstellt. Geld kann somit als eine Form von Macht betrachtet werden, die, wenn sie verantwortungsbewusst genutzt wird, enorme positive Auswirkungen auf Gesellschaften und Einzelne haben kann.

Die positiven Aspekte von Geld und Macht werden oft durch Geschichten von Philanthropie und sozialen Innovationen illustriert. Viele der weltweit grössten Wohltätigkeitsorganisationen wurden durch die grosszügigen Spenden wohlhabender Individuen und Unternehmen ermöglicht, die ihre finanziellen Ressourcen nutzten, um auf Missstände aufmerksam zu machen und Lösungen für gesellschaftliche Probleme zu finden. Diese Akte der Güte zeigen, dass Geld und Macht Werkzeuge sein können, die, wenn sie im Dienste des Guten eingesetzt werden, positive Veränderungen bewirken und das Leben von Millionen verbessern können.

Es ist jedoch nicht zu leugnen, dass Geld und Macht auch missbraucht werden können. Geschichten von Korruption, Betrug und anderen Verbrechen, begangen aus Gier und dem Wunsch nach mehr Macht, sind allzu häufig. Diese negativen Beispiele sollten allerdings nicht dazu führen, dass die Konzepte von Geld und Macht als inhärent schlecht angesehen werden. Stattdessen sollten sie uns dazu anregen, über Wege nachzudenken, wie Machtstrukturen reformiert und reguliert werden können, um Missbrauch zu verhindern und sicherzustellen, dass Macht zum Wohle aller eingesetzt wird.

Die Unterscheidung zwischen Macht und dem Missbrauch von Macht ist entscheidend. Macht an sich ist neutral und kann als Werkzeug betrachtet werden – ähnlich einem Hammer, der sowohl zum Bau eines Hauses als auch als Waffe verwendet werden kann. Die moralische Bewertung von Macht hängt davon ab, wie, warum und von wem sie eingesetzt wird.

Zusammenfassend ist Macht nicht per se schlecht. Sie bietet das Potenzial für sowohl positive als auch negative Auswirkungen. Der Schlüssel liegt in der Art und Weise, wie Macht ausgeübt wird. Durch verantwortungsvollen Umgang mit Macht, sei es in Form von Geld oder anderen Ressourcen, können Individuen und Gesellschaften zum Wohle aller gestaltet werden. Anstatt Macht zu fürchten oder zu verteufeln, sollten wir uns auf die Förderung ethischer Führungsprinzipien, Transparenz und Rechenschaftspflicht konzentrieren, um sicherzustellen, dass Macht als eine Kraft für das Gute eingesetzt wird.

Entdecke mehr von Mr. Campaigning

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen