89 Prozent. So viele Menschen in Schweizer Unternehmen arbeiten laut der neuen EY-Studie vom Mai 2026 inzwischen mit Künstlicher Intelligenz. Neun Prozent. So viele sagen, dass KI ihr Geschäftsmodell tatsächlich verändert hat.
Zwischen diesen beiden Zahlen liegt die ganze Geschichte – und sie ist auch Deine.
Denn was für die Schweizer Wirtschaft gilt, gilt im Campaigning doppelt: Fast alle tippen heute Prompts in ChatGPT. Aber kaum jemand hat seine Art zu kampagnisieren wirklich neu gebaut. Der Zugang zur Technologie ist da. Die Strategie dahinter fehlt fast überall.
Was die Zahlen wirklich sagen
EY hat im Mai 2026 604 Personen aus Unternehmen quer durch die Schweiz befragt. Das Ergebnis ist eindeutig und unbequem zugleich: KI ist angekommen – aber sie ist noch lange nicht angewendet, wo es wehtut.
Rund 89 Prozent nutzen KI im Arbeitsalltag, am häufigsten über integrierte Werkzeuge wie Microsoft Copilot oder Google Gemini. So weit, so erwartbar. Spannend wird es bei der Reife: Nur etwas mehr als die Hälfte setzt KI gezielt in einzelnen oder mehreren Geschäftsbereichen ein. Und nur neun Prozent sagen, dass KI fester Bestandteil ihrer Strategie ist und ihr Geschäftsmodell verändert hat. Knapp ein Drittel steckt noch in Pilotprojekten, ein weiterer Teil hat bisher gar keine konkrete KI-Initiative gestartet.
EYs Chief AI Officer bringt es auf den Punkt: Viele hätten den ersten Schritt geschafft. Die eigentliche Herausforderung liege jetzt darin, aus isolierten Einzelfällen eine skalierbare, durchgängige Transformation zu machen.
Übersetzt heißt das: Ein Werkzeug in der Hand zu haben ist nicht dasselbe wie eine Strategie im Kopf. Die 89 Prozent beschreiben Zugang. Die neun Prozent beschreiben Wirkung. Und der Abstand dazwischen ist kein Technikproblem.
Warum das im Campaigning doppelt gilt
Campaigning lebt von Tempo, von Botschaften, von Reaktionsfähigkeit. Genau deshalb ist die Versuchung groß, KI vor allem als Produktionsmaschine zu begreifen: mehr Content, mehr Argumentarien, mehr Reaktionen, mehr Bilder. Auf Knopfdruck. In Minuten.
Das funktioniert – und es ist eine Falle. Wer KI nur als Output-Verstärker einsetzt, produziert am Ende mehr von dem, was vorher schon nicht differenziert genug war. Mehr Lärm. Nicht mehr Wirkung.
Der entscheidende Unterschied liegt nicht zwischen „nutzt KI“ und „nutzt keine KI“. Den gibt es im Campaigning bald nicht mehr – so wie es heute keinen Vorteil mehr bedeutet, eine Website zu haben. Der Unterschied liegt zwischen denen, die mit KI schneller dasselbe tun, und denen, die mit KI etwas grundlegend anderes tun: bessere Strategien, schärfere Positionierung, klügere Entscheidungen.
Der Engpass ist nicht das Tool – sondern die Strategie
Das Interessanteste an der EY-Studie steht nicht in der Überschrift, sondern bei den Hürden. Gefragt nach den größten Hindernissen für KI nennen die Befragten:
- Datenqualität und Datensilos (rund 20 Prozent)
- Sicherheit und Datenschutz (rund 19 Prozent)
- fehlende qualifizierte Fachkräfte (rund 18 Prozent)
Und was nennt fast niemand als Kernproblem? Fehlende sinnvolle Anwendungsfälle (rund 10 Prozent), Budget (rund 9 Prozent) und regulatorische Unsicherheit (rund 6 Prozent).
Lies das noch einmal. Es liegt nicht am Geld. Es liegt nicht am fehlenden Willen. Es liegt nicht daran, dass niemand wüsste, wofür man KI einsetzen könnte. Es liegt an der Umsetzung in den bestehenden Strukturen – und an der Kompetenz, das Richtige zu tun.
Genau hier wird das Produktivitätsversprechen von KI oft missverstanden. KI macht Dich im Campaigning grob viermal so produktiv. Die spannende Frage ist nicht, ob Du dann viermal so viel produzierst. Die spannende Frage ist, was Du mit der gewonnenen Zeit anfängst.
Die neun Prozent, die ihr Geschäftsmodell verändert haben, stecken diese Zeit nicht in mehr Output. Sie stecken sie in Strategie, in Ideen, in Controlling. In das, was Maschinen eben nicht können. Das ist der ganze Unterschied zwischen „wir benutzen KI auch“ und „KI hat verändert, wie wir denken“.
EYs wichtigste Maßnahme heißt: Weiterbildung
Und jetzt kommt die Zahl, die mich an dieser Studie am meisten interessiert. Gefragt, was es braucht, um die Schweiz als KI-Standort zu stärken, nennen 58 Prozent – mehr als jede andere Maßnahme – den Ausbau von Aus- und Weiterbildung im KI-Bereich.
Das ist bemerkenswert. Nicht mehr Tools. Nicht mehr Förderprogramme. Nicht mehr Regulierung. Sondern: Menschen, die wissen, was sie tun.
Dazu passt ein zweiter Befund: Für rund die Hälfte der Befragten ist es geschäftskritisch, dass KI-Systeme den Schweizer oder europäischen Datenschutz einhalten und Daten lokal verarbeitet werden. Im Campaigning, wo Du mit sensiblen Daten, Mitgliederlisten und politischer Information arbeitest, ist das keine akademische Frage. Auch das ist eine Kompetenzfrage: Wer KI strategisch einsetzt, weiß, welche Daten in welches System gehören – und welche nicht.
Der Trend geht ohnehin in Richtung pragmatischer Nutzung statt blindem Vertrauen: Die meisten setzen KI als Sparringspartner ein, für erste Entwürfe und zum Strukturieren. Genau in dieser Rolle entfaltet sie ihren Wert – wenn Du weißt, wie Du sie führst.
Vom Nutzen zum Skalieren
Der Sommer ist die richtige Zeit, um diese Frage einmal ehrlich zu stellen: Gehörst Du zu den 89 Prozent, die KI benutzen? Oder bist Du auf dem Weg zu den neun Prozent, bei denen KI verändert hat, wie kampagnisiert wird?
Der Abstand zwischen diesen beiden Gruppen lässt sich nicht mit einem weiteren Tool überbrücken. Er lässt sich nur mit Kompetenz überbrücken – mit dem strategischen Verständnis dafür, wann KI welchen Beitrag leistet, und wann Du als Mensch übernehmen musst.
Genau dafür gibt es die Masterclass „Campaigning mit Künstlicher Intelligenz“. Einen Tag, in einer kleinen Gruppe, in Zürich. Kein Tool-Zoo, sondern die Strategie dahinter – damit Du nach diesem Tag nicht einfach mehr produzierst, sondern klüger kampagnisierst. Der nächste Termin ist der 17. September 2026.
Hier geht es zur Masterclass am 17. September 2026 →
Quelle der Zahlen: EY-Studie „Künstliche Intelligenz in Schweizer Unternehmen breit etabliert – viele aber noch am Anfang der Skalierung“, Mai 2026.
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