Ja-Kampagne der Zivilgesellschaft für das Covid-Gesetz

Ja-Kampagne der Zivilgesellschaft für das Covid-Gesetz

Wie kam es dazu, dass ich die «Ja-Kampagne der Zivilgesellschaft für das Covid-Gesetz» ins Leben rief und leite?

Mr. Campaigning war vorbereitet

Seit 2005 wird vor einer Pandemie gewarnt. Es war nur eine Frage der Zeit, bis wieder ein gefährliches Virus auf den Menschen überspringen oder ein bisher eher harmloses mutieren würde. Seitdem waren wir bei Mr. Campaigning AG (beziehungsweise vorher in der business campaigning GmbH) darauf eingestellt und vorbereitet – technologisch, prozessual und mental.

Als es dann im März 2020 soweit war, gingen wir in den Pandemie-Modus über und arbeiteten in aller Ruhe weiter. Wären da nicht auf einmal die abstrusesten Geschichten aufgetaucht von einer «Plandemie» und Bill Gates, der uns mit (dem nicht existenten) Coronavirus dezimieren und dann mit 5G kontrollieren will usw. Ich konnte die Menschheit auf einmal nicht mehr verstehen. Selbst intelligente Menschen glaubten an diesen Unsinn. Wie war das möglich? Für mich mit meiner naturwissenschaftlichen Ausbildung einfach nicht mehr nachvollziehbar. Intelligenz scheint vor Dummheit nicht zu schützen.

Angst führt zu Realitätsverlust führt zu Massnahmenbekämpfung

Der Schritt war dann nicht mehr so weit, dass die Anhänger von Verschwörungsmärchen und andere Realitätsverweigerer begannen, die Pandemie abzustreiten und die Massnahmen gegen das Virus zu bekämpfen. Und so fand ich mich bald in den Social Media mitten in einem Kampf um die Deutungshoheit wissenschaftlicher Fakten und für ausreichend strenge Massnahmen, um das Virus in Schach zu halten.

Gross war dann letzten Sommer die Erleichterung über die Impfung, die Hoffnung auf ein baldiges Ende der Pandemie und die Freude über wiedergewonnene Freiheiten aufgrund des Zertifikats. Denn vor dem Zertifikat vermieden wir Innenräume trotz Impfung, weil eine Durchmischen von Geimpften und ungetesteten Ungeimpften in Innenräumen während einer Pandemie ein zu hohes Risiko darstellt. Es kann dann immer sein, dass unter ihnen sich ein Virenträger befindet, der noch keine Symptome spürt, aber schon hochgradig infektiös ist. Nun endlich waren wir also wieder frei, konnten wir wieder Restaurants besuchen, ins Kino gehen, Freunde treffen.

Bis dann das Referendum gegen die Erweiterung des COVID-Gesetzes kam, von den gleichen Leuten, die schon das erste Gesetz (und alle Massnahmen) bekämpften… auf einmal war die Freiheit wieder bedroht.

Alle wollen wieder Freiheit

Und wieder einmal waren es die, die am lautesten Freiheit brüllten, die gleichzeitig alles daran setzten, um die Freiheit beschränkende Pandemie zu verlängern… Was ist nur aus der Welt der Aufklärung, Wissenschaft und Vernunft geworden, in der wir zu leben schienen und die uns Jahrhunderte wachsenden Wohlstands bescherte und eine goldene Zukunft versprach (vom Klimawandel abgesehen)?

Referendum ist das eine. Das andere ist die Tatsache, dass niemand das Gesetz verteidigen wollte. Es dauerte nicht lange, bis ich von mehreren Seiten angefragt wurde, notfalls eine Truppe zusammenzustellen, die mit bescheidenen Mitteln und ehrenamtlich eine Ja-Kampagne führen würde. Die erste Frage kam von Mr. Campaignings Partneragentur enpointe. aus Bern, die für Mr. Campaigning Erklärvideos produziert.

Aufruf für Campaigning

Also lancierte ich einen Aufruf auf Twitter und es fanden sich ein Dutzend Mitstreiter. Ich war überrascht, welche unterschiedlichen Kompetenzen und Erfahrungen diese mitbrachten, denn wir hatten auf einen Schlag fast alles zusammen, was man für eine solche Kampagne braucht, inklusive einer Organisationsentwicklerin, die uns dabei half, uns sehr schnell und effizient so zu organisieren, dass jeder schnell eine Aufgabe hatte, Teams gebildet werden konnten und alles aufeinander abgestimmt war.

Innerhalb weniger Tage war eine erste Website online, ein provisorisches Spendenkonto eingerichtet, es wurden Inhalte produziert, Sujets für Online-Inserate und Plakate gestaltet, ein Newsletter produziert, Anmeldeformulare und eine Facebook erstellt. Ein Highlight war, dass das Twitter-Konto @JaKampagne noch frei war.

Mit zunehmendem Spendenaufkommen können wir nun immer mehr Werbemittel buchen. Gute Stories helfen, dass über uns berichtet wird. Das gibt uns eine Reichweite, die fast nicht bezahlbar wäre, wollten wir sie mit Werbung erhalten.

Ich bin überzeugt, dass am 28. November die Freiheit auf dem Spiel steht. Das sagen sowieso Alle, das Nein- wie das Ja-Lager. Doch wie kann das sein?

Es geht gar nicht um die Freiheit

Die Ursache findet sich in der Tatsache begründet, dass die Gegner des Gesetzes nicht nur das Zertifikat ablehnen, sondern sämtliche Massnahmen zur Pandemiebekämpfung. Denn sie weigern sich mehrheitlich, die Existenz von SARS-CoV-2 oder dessen Gefährlichkeit überhaupt anzuerkennen.

Wer in COVID-19 nur eine leichte Grippe sieht, erkennt auch keinen Grund, sich einzuschränken. Wer meint, solange man sich gesund fühle, sei man auch nicht infektiös, pocht auf die Eigenverantwortung, dass man zuhause bleibt, wenn es einem nicht gut geht. Dann brauche es weder einen Staat, der Vorschriften macht, noch ein Zertifikat.

Die Ablehnung des COVID-Gesetzes liegt also in einer Verweigerung der Anerkennung wissenschaftlich anerkannter Fakten begründet. Kein Wunder, dass Teile der Massnahmengegner jetzt schon verbal gegen den Klimaschutz schiessen.

Wie auch immer man zu den Vor- und Nachteilen von Zertifikat, Lockdowns, Masken und anderer Massnahmen steht – keine Massnahme und kein Gesetz ist perfekt. Aber die Stärke der einen kann die Schwäche der anderen aufheben.

Wollen wir Wissenschaft und Aufklärung oder Verschwörungsmärchen und Aberglaube?

Am 28.11. geht es deshalb nicht nur um die Frage des Zertifikats. Vielmehr geht es um die Frage, ob wir aufgrund von Wissenschaft und Aufklärung Entscheidungen treffen oder aufgrund von Aberglaube und Verschwörungsmärchen. Damit geht es auch um die Frage, ob wir die Pandemie überhaupt noch bekämpfen wollen.

Wer dies will, sollte jetzt gleich seine Stimmzettel ausfüllen. Denn jede Enthaltung ist eine Stimme mehr für das Nein-Lager. Bei einem Nein würde es schwierig, weitere Massnahmen gegen den erstarkten Widerstand durchzusetzen. Dann kommt nicht das Ende der Pandemie, sondern eher das Ende aller Massnahmen.

«Covid-Gesetz: Peter Metzinger hat seine Ja-Kampagne lanciert»

«Covid-Gesetz: Peter Metzinger hat seine Ja-Kampagne lanciert»

Aus der Schweiz am Wochenende:

Am Montag ist die Ja-Kampagne der Zivilgesellschaft für das Covid-Gesetz gestartet. Der Kampagnenleiter und Dietiker Gemeinderat Peter Metzinger im Gespräch.

Weiterlesen www.limmattalerzeitung.ch/limmattal/region-limmattal/dietikon-ld.2208783

Wie steigern wir die Impfquote?| by Opa Köbi

Wie steigern wir die Impfquote?| by Opa Köbi

Wir dürfen nicht alle Ungeimpften in denselben Topf werfen. Nicht alle Ungeimpften sind Impfgegner oder Impfverweigerer. Wir brauchen unterschiedliche Strategien für verschiedene Gruppen.
— Weiterlesen opakoebi.medium.com/wie-steigern-wir-die-impfquote-22c36b2e281c

Dualist*innen-Talk: Peter Metzinger “Mr. Campaigning”

Heute morgen ist der folgende Beitrag im dualist.cc-Forum erschienen:

«Sind mehr Systematik und stärkere Professionalisierung die Lösung? Eine Kultur-Lobby? Learning from Greenpeace? Mit Peter Metzinger aka Mr. Campaigner gehen wir diesen und anderen Fragen nach.

Über mehr Selbstbewusstsein in der Kultur, darüber, dass es keine Schwarzweiss-Lösungen gibt und weshalb sich die «Fronten zwischen Kultur, Wirtschaft und Wissenschaft aufweichen» sollten.

Peter Metzinger im Gespräch mit Dualist Initiantin Fosca Tóth.»

Hier geht es zum Podcast.

Das Dilemma der sozialen Medien ist ein Dilemma für unsere Demokratien

Was ist Wahrheit? Können wir uns überhaupt noch auf eine Wahrheit einigen? Zerstören die sozialen Medien unsere Demokratien und spalten unsere Gesellschaften bis hin zu Bürgerkriegen?

Das sind Fragen, mit denen sich «Das Dilemma der sozialen Medien / The Social Dilemma» (auf Netflix) auseinandersetzt. Ich habe es eben gesehen und für sehr gut befunden. Es trifft genau den Nerv der Probleme, mit denen wir immer mehr konfrontiert werden.

Kaum ein grosses gesellschaftliches Problem – Pandemiebeämpfung, Klimawandel, Erneuerung unserer Mobilfunk-Infrastruktur – kann noch gelöst werden, weil Desinformation, Polarisierung, Hass und ein vermeintliches Recht auf eigene Meinung bar jeder Faktenbasiertheit jeden vernünftigen Diskurs kaputt machen.

Dahinter stecken umsatzorientierte Algorithmen, die nur ein Ziel haben: dass wir mehr und mehr Zeit in den Social Media verbringen.

Lassen wir uns das bieten? Oder stellen wir uns dagegen?

Die Antwort auf diese Frage wird die Zukunft der Menschheit entscheiden.

Mehr dazu hier.

Und wer sich gegen Desinformation (-skampagnen) engagieren möchte, kann mir hier folgen: www.ReclaimTheFacts.com

22 Jahre Campaigning Training

Heute sind es ganz genau 22 Jahre her, seit ich das erste Mal ein Campaigning-Seminar durchgeführt habe. Grundlage waren Spielregeln und Erfolgsrezepte, deren ich mir während meiner Zeit bei Greenpeace bewusst geworden war.

Beim ersten Seminar überforderte ich die Teilnehmenden noch masslos mit viel zu viel Material, das sie in einem Tag gar nicht verarbeiten konnten. Ihr Feedback half mir dann, das Konzept weiterzuentwickeln, so dass das nächste Seminar im April 1998 schon wesentlich besser verarbeitet werden konnte.

Was ist seitdem passiert?

Im Rahmen von Seminaren und einzelnen Kurstagen als Bestandteil von Weiterbildungen habe ich schätzungsweise 2’500 bis 3’000 Personen in der Anwendung meines Campaigning-Modells unterrichtet, in der Schweiz, Deutschland, Österreich, Vietnam und den USA. Ich habe zwei Bücher auf seiner Grundlage veröffentlicht und es vor kurzem nochmals weiter vereinfacht, in Form von vier Dreiecken, die es zu berücksichtigen gilt, wenn man etwas verändern will, egal ob Unternehmenskultur, Politik oder Marktverhalten.

The Science of Change Modell, Stand 12. Februar 2020

Ich habe mit meinem Campaigning-Modell hunderte von Klienten beraten, unter anderem das World Economic Forum in Davos mit dem Konzept für das Open Forum und eine politische Partei, die daraufhin 23.5 Prozent mehr Stimmen erhielt.

Dank meiner Frau konnten wir zwischen 2013 und 2019 sieben Mal den Campaigning Summit Switzerland durchführen, mit über 1’200 Teilnehmenden, von denen zahlreich allerdings mehrmals dabei waren (manche sogar an allen Veranstaltungen) und mit prominenten Rednern aus allen Kontinenten ausser Australien und der Antarktis. Darunter sogar einer der früher führenden Präsidentschaftswahlkämpfer aus den USA, Joe Trippi.

Das Umfeld hat sich verändert. Während ich noch 2003 bei der Erstauflage und 2006 im Rahmen der Zweitauflage meines ersten Buches beklagte, dass (Unternehmens-)Kommunikation in der Schweiz nur als einseitiger Prozess definiert ist, dass man keine Wirkungsmessungen vornimmt und statt Zielgruppen-orientiert Elite-orientiert kommuniziert (und Veränderungsprozesse plant), ist es mittlerweile Standard, zuerst einmal genau hinzuhören bevor man richtig loslegt und dann genau zu analysieren, was dabei herauskommt, um dazuzulernen. Der wichtigste Treiber für diese Veränderung war wohl nicht mein Buch, sondern das Aufkommen der sozialen Medien vor über 10 Jahren und die ganze Digitalisierung.

«Veränderung ist die einzige Konstante», dieses Zitat war für mich immer ein guter Leitsatz. Kein Wunder, dass ich den Firmennamen im Durchschnitt alle vier Jahre wechselte. Aber bei Mr. Campaigning wird es nun wohl für die nächsten 22 Jahre bleiben. Die positiven Rückmeldungen sind einfach zu gut und zahlreich.

Eine weitere Veränderung betrifft die Arbeit selbst. Künstliche Intelligenz nimmt mir heute einen enormen Teil der Analyse-Arbeit ab, Dienste wie Zapier und IFTTT helfen, Routinearbeiten zu automatisieren, insgesamt helfen mir diese neuen Technologien bei der Umsetzung mehr in der gleichen Zeit zu erledigen.

Die dadurch hinzu gewonnene Zeit nutze ich nun für «Campaigning For Good» Projekte, aktuell vor allem im Klimaschutz, sowie für meine lokalpolitische Arbeit.

In den kommenden Jahren werden wir noch mehr Automatisierung erleben und Künstliche Intelligenz wird uns noch mehr Arbeit abnehmen können.

Nutzen wir die hinzugewonnene Zeit, uns für einen Planeten zu engagieren, auf dem sich gut leben lässt, auch noch in sieben Generationen, wie indigene Völker es gerne formulieren.

Ich freue mich auf die nächsten 22 Jahre Campaigning!

Ohne Empathie keine KI

Campaigning-Experte Peter Metzinger im Interview: Aktuelle Herausforderungen, die Schweizer Startup-Szene und die Zukunft der Schweiz in einer globalen Welt.
— Weiterlesen www.newsaktuell.ch/blog/ohne-empathie-keine-kuenstliche-intelligenz/

Blockchain Technologie – wie man sie erfolgreich einführt

Roger Bittel betreibt Upcrypto-Your Cryptocurrency News, einen News-Kanal und Community-Plattform rund um das Thema Blockchain.

Gestern hat er mich interviewt zur Frage, wie man Blockchain Technologie erfolgreich einführt. Basis des Interviews ist mein Modell mit den vier Dreiecken, den The Science of Change Triangles.

Hier geht’s zum Interview:
https://upcrypto.org/2019/05/28/blockchain-technologie-wie-man-sie-erfolgreich-einfuhrt-interview-mit-peter-metzinger/

Executive Coach Lisa Christen’s Business Podcast on Future of Marketing

Business leadership podcast by Executive Coach Lisa Christen with AI Marketing and business campaigning guru Peter Metzinger.
— Weiterlesen christenconsulting.ch/ep-13-the-future-of-marketing-is-ai-humans-with-peter-metzinger/

Ohne das Waldsterben wäre der ÖV in der Schweiz nicht das, was er ist

Ein sehr Gastkommentar von Benedikt Weibel in der Limmattaler Zeitung:

„Die grossen Krisen der Gegenwart sind alle schleichend: der Klimawandel, der unaufhaltsame Anstieg der Gesundheitskosten, die immer prekärer werdende Finanzierung der Altersvorsorge. Was tun wir dagegen? Wir verdrängen und betreiben Pflästerlipolitik.

Nun kommen diese jugendlichen Klimaaktivistinnen und -aktivisten und halten uns den Spiegel vor. Sie haben recht, es geht um ihre Zukunft. Dieses Momentum sollten wir jetzt ergreifen und Nägel mit Köpfen machen.“

Nur in einem Punkt bin ich anderer Meinung. Es heisst immer, das Waldsterben sei übertrieben gewesen, weil der Wald gar nicht gestorben ist. Bei dieser Argumentation wird völlig unterschlagen, dass die Diskussion konkrete Massnahmen zur Luftreinhaltung auslöste. Der Katalysator wurde zur Pflicht, Kohlekraftwerke mit Rauchgasreinigung ausgestattet und – wie hier geschildert – der ÖV ausgebaut. Wenn man davon ausging, dass diese Massnahmen wirksam waren – und nur dann haben sie Sinn gemacht – dann ist die Ursache für das Ausbleiben des Wald-Todes wohl eher im Erfolg dieser Massnahmen zu sehen als in einer Hysterie der Übertreibung. Gleiches gilt übrigens bei der nächsten Grippewelle, die dank Prophylaxe erfolgreich bekämpft wird. Da wird es nachher dann auch wieder heissen, die Angst sei übertrieben gewesen…

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