Das CO2-Gesetz hat Kerosin im Blut

«Das innovativste Gesetz der Welt»

Erinnern Sie sich noch an die Flugscham, die den Airlines Sorgen machte, als wir noch nicht wussten, dass nicht die Klimajugend, sondern ein winzig kleines Virus den Himmel über unseren Köpfen leerfegen würde? Damals hatten wir noch Sorgen…

Doch während der CO2-Ausstoss der Fliegerei ganz sicher erneut in den Fokus der Öffentlichkeit rücken wird, hat die Schweiz auch schon eine Lösung parat – eine Lösung gar, um die uns die Luftfahrtindustrie anderer Länder beneidet: eine Kombination aus Flugticketabgabe und Anschubfinanzierung für den Umstieg auf synthetisches Kerosin.

Vorletzte Woche sprach ich mit einem zukünftigen Produzenten von erneuerbarem Flugbenzin aus London. Als ich ihm erklärte, wie das neue CO2-Gesetz beides kombiniert, sprang er fast auf und sagte enthusiastisch „Wow, das ist das innovativste Konzept, von dem ich je gehört habe. Davon muss die Welt erfahren!“

Wie passt das zur kleinkrämerischen Kritik der Erdöllobby am CO2-Gesetz, wegen ein paar Rappen pro Liter, als ob die Welt daran zugrunde gehen und bald eine Hungersnot ausbrechen würde? (Dazu muss man auch noch wissen, dass die Treibstoffabgabe von Big Oil selbst erhoben und einkassiert wird, als Entschädigung dafür, dass die Erdölimporteure ihren CO2-Ausstoss reduzieren müssen, so wie alle anderen auch. In keinster Weise handelt es sich dabei um eine Steuer.)

Das neue CO2-Gesetz sieht eine Flugticketabgabe vor. Während diese ursprünglich als reine Lenkungsabgabe gedacht war – was zum Scheitern des Gesetzes im Dezember 2018 im Nationalrat beitrug – ist es ein paar kreativen Köpfen aus FDP, GLP und Mitte zu verdanken, dass 49 Prozent der Flugticketabgabe zur Finanzierung von CO2-reduzierenden Innovationen in der Luftfahrtindustrie verwendet werden können, und zwar explizit für den Einstieg in die Produktion von synthetischem Kerosin. Bei diesen kreativen Köpfen handelt es sich um die Ständeräte Damian Müller (FDP )und Ruedi Noser (FDP ), die Nationalräte Martin Bäumle (GLP) und Nicolas Paganini (Mitte) und mich (FDP), basierend auf einer Idee von ETH-Prof. Anthony Patt. 

Weiterführende Links zur Entstehung und Ausarbeitung der Idee im Sommer 2019: 

Die NZZ am Sonntag berichtete im September 2019 darüber und die NZZ kommentierte ein paar Monate später. 

Fliegen und Fahren mit Luft

Synthetisches Kerosin – ebenso wie synthetischer Diesel, Benzin oder Heizöl – sind eigentlich keine neue Erfindung. Die Technologie zur Produktion ist schon über 100 Jahre alt. Im Prinzip handelt es sich dabei um eine Umkehrung des Verbrennungsprozesses, indem man aus den Verbrennungsprodukten CO2 und Wasser wieder Treibstoff herstellt. Dieser Prozess erfordert Energie. Wenn diese Energie erneuerbar ist und das CO2 aus der Atmosphäre stammt (und nicht aus fossilen Quellen), dann ist der so hergestellte synthetische «Sprit» CO2-neutral. Das eigentlich Neue an dieser Technologie sind kostengünstigere Methoden zum Abscheiden von CO2 aus der Luft und die erneuerbaren Energien.

Aktuell schätzt man die Produktionskosten für einen Liter synthetischen Treibstoff auf 2.50 bis 5 Franken in der Produktion. Mit dem Geld aus der Flugticketabgabe könnte man bei heutigen Preisen 5-10 Prozent des Kerosinverbrauchs in Zürich Kloten erneuerbar produzieren. 

Solche Mengen erfordern den Aufbau einer komplett neuen Industrie. Das wiederum führt zu Effizienzsteigerung und weiteren Innovationen. In dem Masse, in dem synthetisches Kerosin  durch weitere Innovationen, Erfahrung und Effizienzgewinne günstiger wird, kann man die Beimischquote erhöhen.

Irgendwann zwischen 2040 und 2050 sollte nach Prognosen von McKinsey und dem World Economic Forum synthetisches Kerosin nicht teurer sein, als das fossile und die Luftfahrtindustrie kann komplett defossilisiert werden und CO2-neutral fliegen. Flugscham wird dann höchstens noch ein Thema für die Geschichtsbücher sein. 

Flugticketabgabe stabilisiert das Stromnetz

Auch in anderer Hinsicht ist der Einstieg in die Produktion von synthetischem Kerosin interessant. Nutzt man erneuerbaren Strom zur Produktion, kann eine Syntheseanlage die enorme Menge an Überschussstrom im Sommer in Treibstoffe umwandeln und einer sinnvollen Nutzung zuführen. Dies unterstützt die Energiewende. 

Eine Syntheseanlage kann auch als Schattenkraftwerk dienen. Man kann die Anlage drosseln, wenn der Strombedarf kurzfristig die Produktion übersteigt. Der nun nicht mehr benötigte Strom steht somit sofort anderen Nutzern zur Verfügung. Sonst nutzt man dazu in der Regel Gaskraftwerke oder Pumpspeicherwerke. Somit können Anlagen zur Produktion von synthetischem Treibstoff einen Beitrag an die Netzstabilisierung im Zusammenhang mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien leisten. 

Die Chance packen – jetzt oder nie

Ein wesentlicher Teil des Anfangs der Geschichte vom CO2-neutralen Fliegen kann in der Schweiz geschrieben werden, aber nur, wenn wir jetzt das CO2-Gesetz annehmen. 

Denn auch andere Länder sind in den Startlöchern und bereiten Pilotanlagen vor, die EU plant eine Beimischquote für „Sustainable Aviation Fuel“ (SAF), Saudi-Arabien steigt gerade gross in die Produktion von grünem Wasserstoff ein. In ein paar Jahren wird dieser Zug abgefahren sein. Die Zeit für einen neuen Gesetzesentwurf würde kaum reichen.

Hier kommt nun noch eine zweite Weltpremiere ins Spiel: die Anrechenbarkeit synthetischer Treibstoffe bei der Berechnung der Flotten-CO2-Emissionen, Art. 18

Der Artikel besagt im Prinzip, dass Automobilimporteure beim Import eines Fahrzeugs mit Verbrennungsmotor eine Reduktion bei den CO2-Sanktionen beantragen können, wenn sie so viel synthetischen Treibstoff kaufen oder produzieren, wie dieses Fahrzeugs während seiner «Lebensdauer» im Durchschnitt verbraucht. In Kombination mit den Steuererleichterungen für biogene Treibstoffe («Mineralölsteuerbefreiung») kommt dies einen Importeur nicht teurer, als die Sanktionen. Im Unterschied zum Bezahlen von Sanktionen kann er aber so einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und auch Verbrenner klimaneutral «machen». 

Fünf Fliegen mit einer Klappe

Bei der Produktion von synthetischem Kerosin fällt je nachdem noch eine gewisse Menge synthetischer Diesel und ein wenig synthetisches Benzin an. Finanziert man mit der Flugticketabgabe die Produktion von synthetischem Kerosin, kann dies also gleichzeitig einen Beitrag an die Defossilisierung des Strassenverkehrs leisten, selbst wenn dessen Elektrifizierung nicht schnell genug vorankommt.

Aber damit nicht genug. Weitere Nebenprodukte sind Wachs und Paraffin, die sich sehr gut als erneuerbare Rohstoffe für die chemische Industrie eignen. An Ende landet dann CO2-neutrales Plastik in der Kehrichtverbrennungsanlage und man könnte deren CO2 klimaneutral rezyklieren.

Somit fördert die Flugticketabgabe die Defossilisierung des Luftverkehrs, des Strassenverkehrs und der chemischen Industrie, den Ausbau der erneuerbaren Stromproduktion und leistet obendrein einen Beitrag zur Netzstabilisierung. 

Kein Wunder, dass das Ausland anerkennt, was Big Oil in der Schweiz nicht wahrhaben will: die 49% aus der Flugticketabgabe, die für Innovation und Transformation im Airline Business verwendet werden dürfen, sind ein Game Changer und bringen die Schweiz mit Siebenmeilenstiefeln weiter in Richtung Klimaneutralität. 

Und was wir hier erfinden, können wir ins Ausland exportieren. Der einzige Verlierer bei diesem «Spiel» ist die Erdölindustrie, sofern sie nicht die Zeichen der Zeit erkennt und selbst in die Produktion von synthetischem Kerosin einsteigt. Sonst werden ihr andere die Show stehlen. 

Zu guter Letzt sei der Transparenz zuliebe noch bemerkt, dass die Schweiz nicht genügend erneuerbaren Strom haben wird, um für den gesamten Flugbetrieb synthetisches Kerosin zu produzieren. 

Aber auch wenn in Zukunft ein Grossteil in wind- und sonnenreichen Gegenden der Welt produziert wird, so besteht doch eine enorme Chance darin, hier mit der Produktion zu beginnen, Erfahrungen zu sammeln, neue Technologien auszuprobieren und weiterzuentwickeln und dann später die Produktion mit Schweizer Knowhow, Innovationen und Beteiligungen ins Ausland zu verlagern. 

Das schafft neue Opportunitäten und nachhaltig gesicherte Arbeitsplätze, auch in der Schweiz. 

Deshalb werde ich am 13. Juni ganz klar Ja zum CO2-Gesetz sagen, und ich hoffe, Sie auch.

Nachtrag: SVP-Nationalrat Christian Imark hat heute seinen alternativen Plan zum CO2-Gesetz präsentiert. Er verschweigt dabei, dass synthetischer Treibstoff heute noch viel teurer ist, als fossiler. Während er also auf der einen Seite einen Benzinpreisaufschlag von 12 Rappen pro Liter als Grund zur Ablehnung des CO2-Gesetzes ins Feld führt, verschweigt er, dass sein Vorschlag viel teurer käme. Der von mir hier skizzierte Weg hingegen wäre finanzierbar und wesentlich günstiger.

energie-wende-ja unterstützt CO2-Gesetz

Der Verein energie-wende-ja hält das neue CO2-Gesetz für hochwirksam und sozialpolitisch besonders vorteilhaft. Er stützt sich in seiner Beurteilung auf seine jetzt vorgelegte Analyse von Energiekosten, -abgaben und Rückerstattungen für die Jahre 2025 bis 2030.

— Weiterlesen punkt4.info/die-ausgaben/details/news/energie-wende-ja-unterstuetzt-co2-gesetz/punkt4-edition-name/zukunft-wirtschaft/punkt4-edition-section/19595/punkt4-date/22-03-2021/punkt4-news-context/newsletter.html

CO2-Gesetz unterstützt Umstieg auf erneuerbares Kerosin

Heute stand ein Leserbrief von mir in der Limmattaler Zeitung, zu einem Thema, das mir sehr wichtig ist: das CO2-Gesetz und die Anschubfinanzierung für den Umstieg auf erneuerbares Kerosin:

Im Gesetz steht es anders

Am Freitag vertrat der Flughafen-Zürich-Chef Stephan Widrig in dieser Zeitung den Standpunkt, die geplante Flugticketabgabe könne nicht für den Kauf von nicht fossilen Energieträgern eingesetzt werden. Dies sei im CO2-Gesetz nicht so vorgesehen. Deshalb sei es ein Gesetz ohne Wirkung auf den Klimaschutz in der Luftfahrt. Herr Widrig kennt das Gesetz wohl nicht so gut.

In Artikel 53 Absatz 2 steht, dass «… weniger als die Hälfte des Ertrags aus der Flugticketabgabe … für Massnahmen zur wesentlichen Verminderung von Treibhausgasemissionen eingesetzt» werden.

Damit ist gemeint, dass bis zu 49 Prozent der Flugticketabgabe verwendet werden können, um die Mehrkosten beim Einkauf von erneuerbarem Kerosin zu finanzieren. Nationalrat Martin Bäumle und ich hatten diese Idee eingebracht, und das Parlament hatte sie übernommen. Wir haben seitdem zahlreiche Gespräche mit Airlines, Flugzeugbauern und Vertretern der Erdölindustrie geführt.

In der NZZ am Sonntag vom 8. September 2019 fand unsere Idee noch Unterstützung durch den Flughafen. Wird das CO2-Gesetz abgelehnt, hat man sich selbst ins Fleisch geschnitten.

Weltweit herrscht grosses Interesse an dieser schweizerischen «Erfindung». Sie hat das Potenzial, zum globalen Game Changer zu werden. Wir sollten stolz darauf sein, statt sie zu leugnen.

Und wir sollten unbedingt Ja zum neuen CO2-Gesetz sagen.

«Jetzt geben wir gemeinsam Gas für eine saubere Energiezukunft.»

So steht es auf der Website der KVA Limeco in Dietikon. Und weiter: „In partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit acht Schweizer Energieversorgern und der Stadtwerke-Allianz Swisspower realisiert Limeco in Dietikon die erste industrielle und kommerziell betriebene Power-to-Gas-Anlage der Schweiz. Gemeinsam mit unseren Partnern werden wir zur treibenden Kraft für die Energiewende.“

Power-to-Gas bedeutet, dass überschüssiger, erneuerbarer Strom, den man nicht speichern kann, neu genutzt wird, um Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff zu spalten. Den Wasserstoff kann man direkt verwenden oder lässt ihn noch mit CO2 aus der Luft reagieren und erhält dann synthetisches Erdgas (Methan). Produziert man – mit einem anderen Anlagetyp – Diesel, Benzin, Kerosin, Wachs, Plastik oder Paraffin, spricht man von Power-to-Liquid oder Power-to-X, was der übergeordnete Begriff für alle möglichen Endprodukte ist.

Auf dem Areal des Limmattaler Regiowerks Limeco in Dietikon entsteht nun die bis anhin grösste Power-to-Gas-Anlage der Schweiz mit einer Elektrolyse-Leistung von 2,5 Megawatt (MW). Ab Winter 2021/22 wird sie erstmals synthetisches erneuerbares Gas ins Netz einspeisen.

Beim Projekt handelt es sich um eine Zusammenarbeit mit acht Schweizer Energieversorgern und der Stadtwerke-Allianz Swisspower. Mit dem gestrigen Spatenstich haben die Projektpartner einen Meilenstein erreicht. Das Projekt soll aufzeigen, wie Power-to-Gas-Anlagen die erneuerbare Stromproduktion ergänzen und dabei wirtschaftlich betrieben werden können.

Seit 2013 engagiere ich mich beruflich und privat für geeignete politische Rahmenbedingungen zur Förderung von Power-to-Gas. Diese Schlüsseltechnologie für die Energiezukunft hat erst dann eine Chance, wenn die Preisverzerrungen auf dem Markt zugunsten fossiler Energien beseitigt werden.

Fast jedes Mal, wenn ich in diesen Jahren zwischen Rapperswil und Bern an einer öffentlichen Veranstaltung zum Thema teilnahm, fiel der Name Dietikon als leuchtendes Beispiel für den Bau der ersten industriellen Power-to-Gas-Anlage. Das neue Projekt der Limeco leistet also nicht nur einen Beitrag an die Energiewende, sondern auch an die Promotion unserer Heimatstadt Dietikon als Wirtschaftsstandort mit einem geplanten Cluster für Umwelt und Energie. Man kann also durchaus von einer „runden Sache“ sprechen.

Nun wäre es noch schön, wenn man in Bern merken würde, dass einheimische Energie ein wenig Unterstützung braucht, durch eine Verlängerung der Steuererleichterungen für biogene Treibstoffe («Mineralölsteuerbefreiung») bis 2030 statt nur bis 2023 und dass Power-to-Gas vom Netzentgelt befreit werden muss, möchte man es im grossen Stil nutzen.

Dann wird es eines Tages heissen, dass diese Schlüssel-Technologie ihren Durchbruch in Dietikon erlebte.

— Weiterlesen www.cleanfuelnow.com/post/jetzt-geben-wir-gemeinsam-gas-für-eine-saubere-energiezukunft

Norsk E-Fuel will erneuerbaren Treibstoff für Flugzeuge produzieren

Das Industriekonsortium Norsk E-Fuel baut in Norwegen zusammen mit weiteren Projektpartnern die erste kommerzielle Anlage zur Herstellung synthetischen Kerosins. Die Produktion wird ausschliesslich mit Ökostrom angetrieben. Schon in 6 Jahren will man so viel synthetisches Kerosin betreiben, dass damit 5% des jährlichen Bedarfs von Zürich-Kloten gedeckt werden könnten.

Die Wende kommt schneller als gedacht. Auch die Schweiz wäre ein guter Standort, denn nachdem der Nationalrat beschlossen hat, dass ein erheblicher Teil der Flugticketabgabe dafür verwendet werden kann, synthetisches Kerosin gegenüber fossilem konkurrenzfähig zu machen (eine Idee von ETH-Prof. Anthony Patt, Nationalrat Martin Bäumle und mir, wie Martin Bäumle hier im Nationalrat verdeutlicht), hat die Schweiz politisch weltweit die besten Rahmenbedingungen, um sowohl das Klima zu schützen als auch den nachhaltigen Umbau der Wirtschaft voranzutreiben und entsprechend neue Arbeitsplätze zu schaffen und alte im Gewerbe zu erhalten, so dass wir „den Fünfer und das Weggli“ haben können.

Voraussetzung: es gibt kein Referendum gegen das neue CO2-Gesetz oder das Referendum scheitert an der Urne. Deshalb Ja zum neuen CO2-Gesetz.

— Weiterlesen www.erneuerbareenergien.de/norsk-e-fuel-will-erneuerbaren-treibstoff-fuer-flugzeuge-produzieren

FDP-Fachkommission Umwelt & Energie des Kantons Zürich steht hinter der Flugticketabgabe

Unter dem Titel «Verabschiedung des CO2-Gesetzes» hat die NZZ heute den folgenden Leserbrief von mir veröffentlicht, im Namen der FDP-Fachkommission Umwelt & Energie des Kantons Zürich:

Die NZZ vom 24. 4. 20 berichtet, dass bürgerliche Politiker die Einführung einer Flugticketabgabe verschieben wollen. Als Mitglieder der FDP-Fachkommission Umwelt & Energie des Kantons Zürich lehnen wir eine solche Verschiebung klar ab. Die Umweltproblematik ist eine ernsthafte Gefahr für die Zukunft der Menschen. An dieser Gewissheit hat sich durch die Corona-Krise nichts geändert. Deshalb unterstützen wir weiterhin eine rasche Verabschiedung des CO2-Gesetzes, das sich auf der Zielgeraden befindet – Flugticketabgabe inklusive. Im vergangenen Jahr hatte sich die FDP dazu bekannt, der Umwelt- und Energiepolitik mehr Gewicht beizumessen und griffige, liberale Ansätze zu entwickeln.

So stimmten am 22. Juni die Delegierten mit grosser Mehrheit für eine Flugticketabgabe, die einen Klimaschutzfonds mitfinanzieren soll. Die Idee basierte auf einem Vorschlag, den der Schreibende zusammen mit ETH-Professor Anthony Patt und Nationalrat Martin Bäumle ausgearbeitet hatte, unterstützt von den FDP-Ständeräten Damian Müller und Ruedi Noser. Demnach soll die Flugticketabgabe als Anschubfinanzierung dienen, um den Aufbau einer industriellen Produktion von CO2-neutralem, erneuerbarem Kerosin zu ermöglichen. Experten sind sich einig, dass einzig der Einstieg in die Fliegerei mit synthetischem Kerosin einen Ausweg aus der Klimakrise bietet. Wir sollten nun also die Chance in der Corona-Krise nutzen und den Wiederaufbau der Wirtschaft so nachhaltig gestalten, dass wir dabei auch Lösungen für die Klimakrise vorantreiben, anstatt zu versuchen, die beiden Krisen gegeneinander auszuspielen. Die rasche und vor allem vollständige Umsetzung der Revision des CO2-Gesetzes spielt dabei eine Schlüsselrolle.

Peter Metzinger, für die FDP-Fachkommission Umwelt & Energie des Kantons Zürich

Weitere Beiträge von mir zum Thema Flugticketabgabe finden sich hier.

Fliegen muss sauber werden – die Schweiz könnte dazu einen echten Beitrag leisten, statt mit der Klimaabgabe das eigene schlechte Gewissen zu beruhigen

Die NZZ berichtet heute über das Engagement von Prof. Patt, Nationalrat Martin Bäumle und mir für eine sinnvolle Verwendung der geplanten Flugticketabgabe.

«Wenn die Klimaabgabe auf Flugtickets schon eingeführt wird, sollte man damit CO2-neutrales Fliegen fördern und nicht beliebige Subventionstöpfe füllen. Die Schweiz könnte etwas bewirken. … Eine Gruppe um GLP-Nationalrat Martin Bäumle, ETH-Professor Anthony Patt sowie FDP-Kommunalpolitiker und Energieexperte Peter Metzinger hat im vergangenen Herbst in einem Ideenpapier skizziert, wie das gehen soll.»

— Weiterlesen www.nzz.ch/meinung/fliegen-muss-sauber-werden-ld.1537660

Toter Liberalismus – aber was sonst?

Gastkolumne von Robert Nef in der Limmattaler Zeitung – Welche Weltanschauungen und ökonomischen Doktrinen sollen Klima und Welt retten?

Die Zeiten, in denen sich viele Linke selbst als «Auch-Liberale» oder mindestens «Kulturliberale» bezeichnet haben, sind offensichtlich vorbei. Heute wird der Liberalismus im Rahmen der Klimadebatte frontal angegriffen. Aber was tritt an seine Stelle? Nach den vielen Schiffbrüchen des etatistischen Sozialismus aller Schattierungen getraut man sich nicht, offen für eine sozialistische Zentralverwaltungswirtschaft einzutreten und für die Verstaatlichung der Wirtschaft, für die Abschaffung des Privateigentums und für eine staatlich kontingentierte Produktionslenkung und Konsumzuteilung. Die Frage muss erlaubt sein, mit welchen neuen politischen Weltanschauungen und ökonomischen Doktrinen man heute das Klima und die Welt retten will.

Die Analyse zeigt: Freiheit geht einher mit Lebens- und Umweltqualität, weil Totalitarismus und Planwirtschaft einfach zu viel kosten.

Deshalb nicht vergessen, am Sonntag in Zürich Ruedi Noser als Ständerat wählen.

Mehr dazu:

https://www.limmattalerzeitung.ch/kommentare-aaz/der-liberalismus-ist-tot-aber-was-ist-die-alternative-135938435

Mit Fotovoltaik-Sprit für eine Million Schweizer Autos – Klimaschutz durch Innovation

Laut einer Studie der Empa und des Paul Scherrer Instituts liesse sich per Sonnenkraft und Photovoltaik bald Sprit für eine Million Fahrzeuge in der Schweiz produzieren.

Solche innovativen Technologien will die FDP Dietikon ins Limmattal holen. Dazu habe ich am Donnerstag eine Interpellation eingereicht, unterschrieben von zahlreichen weiteren Mitgliedern des Gemeinderats.

Für einen Klimaschutz durch Innovation muss nun aber die Politik die richtigen Weichen stellen: die Anrechenbarkeit synthetischer Treibstoffe muss asap ins CO2-Gesetz, notfalls in die Verlängerung des alten; Mineralölsteuerbefreiung für Biotreibstoffe inkl. Synth. Sprit muss markant verlängert werden; für LNG muss der naturwissenschaftlich falsche Umrechnungsfaktor bei der Mineralölsteuer korrigiert werden

— Weiterlesen www.blick.ch/auto/news_n_trends/power-to-gas-in-der-sonne-liegt-die-kraft-die-sonne-liefert-sprit-fuer-eine-million-schweizer-autos-id15404795.html

Solares Kerosin zum Fliegen bringen | ETH Zürich

5 Rappen pro Liter Kerosin würden reichen!

— Weiterlesen www.ethz.ch/content/main/de/news-und-veranstaltungen/eth-news/news/2019/06/blog-nachhaltiges-fliegen-patt.html