How Russia Is Using LinkedIn as a Tool of War

Has the Kremlin’s campaign to harass Putin’s critics on LinkedIn moved beyond the relative safety of the internet and into the streets?
— Weiterlesen www.newsweek.com/russia-putin-bots-linkedin-facebook-trump-clinton-kremlin-critics-poison-war-645696

Wokeness und Moralismus fördern die Spaltung der Gesellschaft

Wokeness liegt im Trend. Nicht nur Promis, sondern auch Organisationen aller Art entdecken für sich das Tugendmarketing. Statt solcher Selbstgerechtigkeit wären ein ausgeprägterer Sinn für Humor und ein Sündenbewusstsein hilfreich.
— Weiterlesen www.nzz.ch/amp/feuilleton/wokeness-und-moralismus-foerdern-die-spaltung-der-gesellschaft-ld.1635827

Impf-Campaigning: Transparenz wird der Schlüssel sein

Corona-Impfung: Was hilft gegen Skepsis vor der Corona-Impfung? https://www.spektrum.de/news/was-hilft-gegen-skepsis-vor-der-corona-impfung/1817504

Purpose statt Leitbild: So kommunizieren Unternehmen der Zukunft

Interessant. Das habe ich alles schon 2003 in meinem Buch Business Campaigning geschrieben…
— Weiterlesen pr-blogger.de/2019/03/27/purpose-statt-leitbild/

Campaigning soll auch Spass machen

So lautet zumindest eine Interpretation des 14 Strategischen Campaigning Grundsatzes Nr. 8 («Ausnützung von Synergien und Multiplikationseffekten»). Deshalb haben wir Comedian-Newcomerin Sam-Elise Etienne mit «Peanuts» auf dem 6. Campaigning Summit Switzerland: http://www.de.campaigning.swiss/sam-elise-etienne
Jetzt Ticket sichern! Campaigning.swiss

Was, wenn es uns nicht gäbe?

Ich bin gerade in Bern an der Generalversammlung eines Wirtschaftsverbands und mache mir meine Gedanken über dessen Corporate Identity, die mir zu wenig klar und auf den Punkt gebracht definiert zu sein scheint. Was würde passieren, wenn es den Verband nicht mehr gäbe? Diese eine Frage zu beantworten könnte hier ganz sicher mehr Klarheit bringen.

Analyse der US-Präsidentschaftswahl in 1’430 Zeichen

Wenn man über die Details dieses Wahlkampfs hinweg schaut, zeigt sich aus der Vogelperspektive ein gemeinsamer Nenner, der alles andere, was diesen Wahlkampf ausmachte, dominierte: Donald Trump gab sich nicht anders als die Konkurrenz, sondern komplett anders. Damit hat er nicht nur den Strategischen Campaigning Grundsatz Nr. 1 in Perfektion umgesetzt, sondern obendrein auch noch die Sehnsüchte einer grossen Mehrheit in den USA direkt angesprochen, einer Mehrheit, die sich nach Jahren des wirtschaftlichen Abstiegs nach Veränderung sehnt – Veränderung, wie Barack Obama sie versprochen, aber dann doch nicht bewirkt hat, weil auch er zum Establishment gehört.

Eine Empfehlung für Rockbands lautet: «Versucht nicht besser zu sein, denn das ist sowieso Geschmacksache. Stattdessen versucht, komplett anders zu sein. Darüber kann sich dann niemand mehr streiten, aber wer anders ist, fällt auf und prägt sich ins Gedächtnis ein». Beispiele: KISS (die mit der Schminke im Gesicht), AC/DC (die mit dem Gitarristen in der Schuluniform), The Beatles (die Pilzköpfe in Anzügen), usw.

Donald Trump ist so anders, dass er nicht einmal darauf achten musste, was er konkret von sich gab. Er konnte sich fast alles erlauben. Hauptsache, es war anders – und er war anders. Sein Toupet ist nicht die Krönung, sondern die Krone seiner Präsidentschaft. Am Ende werden wir uns an den «Präsidenten mit dem Toupet» erinnern. So sind wir Menschen.

Digitale Disruption und Strategischer Campaigning Grundsatz Nr. 5

Im beiliegenden Artikel schreibt Buchautor Dr. Jens-Uwe Meyer:

Vorstände und Geschäftsführer müssen eine Strategie verfolgen, die scheinbar schizo- phren ist: das Bestehende durch fortwährende Innovationen so lange wie möglich erhalten und es durch radikale neue Entwicklungen zugleich ersetzen. Also gleichzeitig bewahren und bekämpfen.

Das erinnert mich sehr an die Interpretation «nicht entweder-oder sondern sowohl-als-auch» des Strategischen Campaigning Grundsatzes Nr. 5 (Flexibilität bewahren).

 

In Szenarien denken bei Kooperationsverträgen

Vor ein paar Tagen las ich diesen Blog-Beitrag  von Seth Godin (unten zitiert). 

A deal, whether in writing or orally, is not to be considered lightly, because you fully expect to keep your end of the bargain. Three things to consider before saying, „yes“:

What happens now: Who owes who what? What, precisely, does each side promise to do, and what does each side get? It can’t hurt to write this out in English and add it to the agreement, just to be sure you both agree.

What happens if things don’t work out: If you don’t do what you say you’ll do, what happens? If the other person can’t pay or can’t deliver, or wants to walk away, then what? When you leave yourself (and the other person) an out, you’re almost certainly investing in a better future, because you know in advance what the options are.

What happens if things do work out: If everyone’s wildest dreams come true, then what? Does that person who gave you three days of advice end up owning half your gourmet foods business that you’ve worked on for twenty years? Describe the hypotheticals, and plan them out together, because today’s hypothetical is tomorrow’s unfair reality.

The fine print is there for a reason, and if you don’t like it or can’t live with it, cross it out or walk away. There’s no better time than this very moment to be clear, to be honest and to have a difficult conversation.

Besonders interessant daran ist, dass Seth hier genau das emfpiehlt, was ich zum Strategischen Campaigning Grundsatz Nr. 12 immer erzähle: dass man sich drei Szenarien ausmalen soll, ein Business-As-Usual-Szenario («What happens now»), ein Worst-Case («if things don’t work out») und ein Best-Case-Szenario («if things do work out:»).

Und wenn man das macht, fällt es einem leichter, den Strategischen Campaigning Grundsatz Nr. 2 zu befolgen: die Agenda kontrollieren.

Campaigning, Kampagnenführung 2016 und die Sache mit dem Symphonieorchester statt Blasmusikkorps

Kürzlich las – und verzwitscherte – einen Blog-Beitrag einer PR-Agentur, die sich gerne mit Campaigning schmückt. Der Artikel ist nicht schlecht. Er enthält ein paar gute Ansätze, wie zum Beispiel den Vergleich mit dem Symphonieorchester (eine Vielfalt als Instrumenten) und dem Blasmusikkorps (nur eine Instrumente-Kategorie). Diesen Vergleich kennen wir ja schon seit mindestens 2002. Aber der Artikel ist noch nicht perfekt. Er braucht noch ein paar Feinschliffe und Korrekturen. Deshalb habe ich mir erlaubt, ihn zu korrigieren. Die korrigierte Version gibt es hier unten, das Original hier.

Der Plakataushang und breitangelegte Inseratekampagnen in den klassischen Medien allein haben noch nie genügt, um Menschen von Meinungen zu überzeugen und Haltungen zu verändern. Am Ende des Tages ist der Mix der eingesetzten Massnahmen – seit 2004 ein Mix auf digitalen und analogen Kanälen – zusammen mit der Glaubwürdigkeit der Akteure und weiteren Erfolgsfaktoren (siehe die 14 Strategischen Campaigning Grundsätze und die 21 Strategischen Campaigning Positionen) für den Erfolg einer Kampagne entscheidend. Meinungen haben sich schon immer vor allem im Austausch und können meist nur indirekt über Werbebotschaften, die über die klassischen „Ein-Weg-Kanäle“ verbreitet werden, beeinflusst werden. Denn gemäss der Netzwerk-Theorie gibt es in einer Gesellschaft ein paar wenige Menschen, die sich aktiv informieren und dabei alle Kanäle und Informationsquellen nutzen, zu denen sie Zugang haben. Diese Menschen sind meist auch gut vernetzt und beeinflussen dann im Gespräch bzw. Austausch ihr Umfeld. Meinungen en masse entstehen schon immer eher im Gespräch bzw. Austausch als durch den Konsum von Massenmedien durch die Massen. Diesen Netzwerk-Effekt machen sich Campaigner schon seit Jahrzehnten zunutze. Ich selbst lernte diesen Ansatz Ende der achtziger Jahre kennen und nutzen.

Mit anderen Worten: An Stelle eines Blasmusikkorps braucht es ein grosses Symphonieorchester, das auf einer ganzen Palette von Instrumenten zu spielen weiss – analog meiner Definition von Campaigning als der Kunst, alle Register ziehen zu können, um Ziele zu erreichen und Menschen zu bewegen. Eine zunehmend wichtigere Rolle spielen langsam auch die digitalen Kanäle, was ca. 18 Jahre nach den ersten vor allem im Internet geführten und erfolgreichen Kampagnen sich langsam als Erkenntnis durchgesetzt hat. Die Gouverneurs-Kampagne von Jesse Ventura 1998 gilt hier als wegweisend (Quelle).

Dialog statt „Ein-Weg-Kanäle“, wie in der Campaigning-Formel «I hoch 4»

Der aufgeklärte Stimmbürger will von einer Abstimmungs- oder Wahlempfehlung überzeugt werden. Dies kann am besten, wer mit den Leuten im Dialog steht und für jede Zielgruppe eine nutzenstiftende und individualisierbare Botschaft hat. Deshalb lautet auch seit 2003 die Campaigning-Formel, dass Campaigning das Produkt

Intention x Information x Interaktion x Intervention = (I hoch 4)

ist.  Die Interaktion steht hier für den Dialog. 

Der Einsatz der (seit 18 Jahren und deshalb nicht mehr wirklich) neuen dialogischen Kanäle muss deshalb von Anfang an in die Überlegungen einfliessen und prägt das Kampagnen-Design entscheidend mit – sofern dies Sinn macht. Welche Plattform im digitalen Campaigning und in der Markenbildung führend ist, hängt dabei jeweils sehr von der Zielgruppe, der geographischen Region und der Thematik ab. Aussagen wie «Die führende Plattform im digitalen Campaigning und in der Markenbildung ist heute Facebook» sind deshalb mit grosser Vorsicht zu geniessen.

Mittels Fokusgruppen-Analysen lassen sich die Argumente, die im Zusammenhang mit dem Kampagnenziel die grösste Wirkung haben, identifizieren. Mittels Target Community Labs™ lässt  sich sogar die gesamte Kampagnen direkt durch die Zielgruppe(n) entwickeln. Kampagnenprofis müssen die Vorgaben dann nur noch richtig umsetzen. 

Die durch die Zielgruppe selbst entwickelte Strategie erlaubt es dann, die Zielgruppen richtig – zielführend – zu dem zu bewegen, was man von ihnen möchte. Kontinuierliches Wiederholen der Argumente auf allen Kanälen (Social Media, Website, Medienarbeit, Flyer, Infografiken, Print, etc.) ist wichtig, reicht jedoch nicht aus, damit die umgesetzten Mehrheiten erreichen. Dazu braucht es noch ein wenig mehr.