Masterclass: Strategisches Campaigning im KI-Zeitalter · Samstag, 7. November, Zürich · 12 Plätze Zum Programm

Kategorie: Wahlkampf

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**Alt text:** Landscape Feature Image für die Reihe «Thursday Quote on Power» mit dem Zitat «A message you can’t repeat in one breath isn’t a message.» Links ruft ein Wanderer mit der Hand am Mund seine Botschaft in eine alpine Berglandschaft hinaus. Rechts weist ein hölzerner Wegweiser in Richtung «SIMPLE», während die Begriffe «COMPLEX», «LONG» und «CONFUSING» rot durchgestrichen sind. Darüber der blaue Power-Campaigning-Adler mit Blitzsymbol. Das Bild illustriert **SCG 11 – Effizienz und Einfachheit**: Erfolgreiche Kommunikation reduziert komplexe Inhalte auf kurze, verständliche und einprägsame Botschaften, die sich leicht wiederholen und weiterverbreiten lassen.

„A message you can’t repeat in one breath isn’t a message.“

Eine Botschaft, für die man Luft holen und Anlauf nehmen muss, ist im Campaigning meist schon verloren. Wirkungsvolle Botschaften passen in einen Atemzug – und genau deshalb tragen sie weiter als komplizierte, vollständige Erklärungen.

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**Alt text:** Landscape Feature Image zum Artikel «Die Schlacht wurde nicht um Autos geführt, sondern um eine Definition». Eine goldene Waage steht auf der EU-Verordnung 2019/631 und zeigt auf der einen Seite ein Elektroauto mit der Kennzeichnung «0 g CO₂/km», auf der anderen einen Verbrenner mit «?? g CO₂/km». Daneben liegt eine grüne eFuels-Zapfpistole. Im Hintergrund sind EU-Flaggen und Gebäude in Brüssel zu sehen, rechts oben der blaue Power-Campaigning-Adler mit Blitzsymbol. Das Bild verdeutlicht, wie die Definition von Emissionsfreiheit und die gesetzlichen CO₂-Bilanzierungsregeln den Wettbewerb zwischen Antriebstechnologien prägen – und wie die Kontrolle über Begriffe und Messkriterien politische Entscheidungen vorbestimmen kann.

«Whoever defines the question, owns the answer.»

Thursday Quote on Power, mrcampaigning.com, 1. Oktober 2026

Deutschland und Frankreich haben sich laut Focus Online (8. Oktober 2026, unter Berufung auf FAZ und Handelsblatt) auf die Umrisse eines Plans geeinigt, das EU-Verbot neuer Verbrennungsmotoren ab 2035 zu lockern: Statt 100 Prozent sollen 80 Prozent der Neuzulassungen emissionsfrei sein, und eine neue Fahrzeugklasse namens VEEF soll Autos erfassen, die ausschliesslich mit erneuerbaren Treibstoffen fahren. Die Details sind offen, das Paket kann im Trilog noch scheitern. Für Campaigner ist die Geschichte trotzdem schon heute lehrreich – nicht wegen der Autos, sondern wegen der Mechanik dahinter.

Transparenz vorweg: Ich bin in dieser Sache nicht neutral. Ich leite das Swiss Power-to-X Collaborative Innovation Network SPIN, sitze im Verwaltungsrat eines E-Fuel-Unternehmens und habe am Artikel 11a des Schweizer CO₂-Gesetzes mitgearbeitet, der im Folgenden eine Rolle spielt. Die energiepolitische Einordnung habe ich auf power-to-x.swiss geschrieben. Hier geht es um etwas anderes: um die Frage, warum eine Auseinandersetzung, die drei Jahre lang festgefahren schien, sich plötzlich bewegt – und was beide Lager dabei richtig gemacht haben.

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Alt text: Landscape feature image zum Artikel «Der Mann, der Wut in Wahlsiege verwandelt: Was Campaigner von Morris Katz lernen können». Ein Campaigner spricht mit Megafon und erhobener Faust vor einer grossen Menschenmenge in New York. Demonstrierende halten Plakate mit Forderungen nach bezahlbarem Wohnraum, Kinderbetreuung und kostenlosen Bussen hoch. Im Hintergrund die Skyline Manhattans und die Brooklyn Bridge im Abendlicht. Rechts oben der blaue Power-Campaigning-Adler mit Blitzsymbol. Das Bild symbolisiert die Mobilisierung politischer Bewegungen durch Emotionalisierung, Polarisierung und die Konzentration auf wenige zentrale Wahlkampfthemen.

«Sag es, als wäre es eine Anschuldigung, nicht bloss ein Fakt.»

Credo von Morris Katz, zitiert in «Der Flüsterer der Linkspopulisten», Simon Maurer, 8. Oktober 2026

Vor zwei Jahren kannte ihn ausserhalb New Yorks kaum jemand. Heute gilt der 27-jährige Morris Katz als Stratege hinter Bürgermeister Zohran Mamdani, als Coach der Berliner Wahlsiegerin Elif Eralp und als Gesprächspartner des britischen Grünen-Chefs Zack Polanski. Simon Maurer nennt ihn in seinem Porträt vom 8. Oktober 2026 den «Flüsterer der Linkspopulisten».

Dass er dort steht, ist kein Zufall. Katz stammt aus einer privilegierten New Yorker Familie, kulturell und politisch bestens vernetzt, ohne zum innersten Machtzirkel der Stadt zu gehören. Als junger Mann bewegte er sich laut Revue21 noch im Umfeld von Andrew Cuomo und sah Bernie Sanders skeptisch – ausgerechnet jenen beiden Figuren, die später Gegner und Vorbild seiner Kandidaten werden sollten. Seine ersten Sporen verdiente er in Kampagnen, in denen kaum jemand an einen Sieg glaubte: 2022 für John Fetterman in Pennsylvania, der die Wahl trotz Schlaganfall gewann, 2024 für den parteilosen Gewerkschafter Dan Osborn in Nebraska und für Jamaal Bowman in New York, dessen Vorwahl mit über 24 Millionen Dollar zur teuersten in der Geschichte des Repräsentantenhauses wurde – und verloren ging.

Nach der Wahlniederlage der Demokraten 2024 gründete er mit drei Partnern die Agentur Fight, die sich – für die Branche unüblich – offen als parteiisch positioniert. Den Durchbruch brachte ein Kandidat, dem kaum jemand eine Chance gab: Zohran Mamdani lag bei einem Prozent, als Katz dessen Potenzial erkannte und als führender Medienstratege einstieg. Beide stammen aus demselben Milieu, sprachen dieselbe Sprache und ergänzten sich, wie Maurer schreibt, offenbar hervorragend. Der Sieg in New York machte Katz über Nacht zum gefragtesten Berater der internationalen Linken – ein Aufstieg, der sich selbst mit den Grundsätzen erklären lässt, die er bei seinen Kandidaten anwendet.

Dieser Beitrag fragt nicht, ob man Katz‘ Ziele teilt. Er fragt, warum seine Methode funktioniert – und wo sie spektakulär versagt. Denn Campaigning-Logik ist ideologisch neutral: Steve Bannon hat sie rechts kultiviert, Katz wendet sie links an.

Katz selbst macht daraus kein Geheimnis. Gegenüber dem französischen Magazin Revue21 sagt er, er verachte Bannons Ideen – dessen Kampfansage auf allen Ebenen halte er aber für richtig. Im Folgenden schauen wir uns an, wie Katz die 14 Strategischen Campaigning Grundsätze umsetzt – ziemlich sicher, ohne sie zu kennen, aber weil sie einfach universell gelten.

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**Alt text:** Landscape feature image for «Thursday Quote on Power» with the quote «Power borrowed from a movement outlasts any office.» A group of people climbs a mountain together towards a summit, helping one another while carrying a flag with the Power Campaigning eagle. The scene symbolises **SCG 8 – Ausnützung von Synergien und Multiplikationseffekten**: power generated by a movement, shared commitment and collective mobilisation can endure beyond individual positions and terms of office.

„Power borrowed from a movement outlasts any office.“

Macht aus einem Amt ist befristet. Macht aus einer Bewegung trägt weit über einzelne Personen, Wahlperioden oder Verträge hinaus. Wer Bewegung mobilisiert, leiht sich Reichweite, die ihm niemand wegnehmen kann.

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**Alt text:** Landscape feature image for «Thursday Quote on Power» with the quote «Whoever defines the question, owns the answer.» A man stands beside a large question mark overlooking a mountain landscape, while a winding road leads towards several signposts marked «ANSWERS». The image symbolises agenda-setting and framing: whoever determines the question defines the field in which others must seek their answers. At the top right is the blue Power Campaigning eagle with lightning bolt.

„Whoever defines the question, owns the answer.“

Wer die Frage stellt, hat die Antwort schon halb in der Hand. Die meisten Auseinandersetzungen werden nicht durch das bessere Argument entschieden, sondern durch die Frage, auf die alle versuchen zu antworten.

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Alt text: Landscape feature image with the headline «Wer ist wirklich Dein Gegner? Und warum Du ihn wahrscheinlich unterschätzt.» A single weisser Schachkönig steht einer Gruppe schwarzer Figuren gegenüber – als Symbol für strategische Gegneranalyse, Kräfteverhältnisse und das Antizipieren gegnerischer Züge. Im Hintergrund eine Berglandschaft bei Sonnenaufgang; rechts oben der stilisierte blaue Power-Campaigning-Adler mit Blitzsymbol.

Es gibt eine Asymmetrie, die ich in fast jeder Kampagne beobachte: Organisationen kennen ihre Unterstützer sehr gut. Sie wissen, wer hinter ihnen steht, welche Argumente ziehen, welche Netzwerke verfügbar sind. Ihren Gegner kennen sie kaum.

Das ist strategisch fatal. Denn wer seinen Gegner nicht kennt, kann ihn nicht antizipieren. Und wer ihn nicht antizipieren kann, reagiert – statt zu agieren.

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Landscape graphic for the series «Thursday Quote on Power» featuring the quote «The smallest action at the right moment beats the biggest one too late.» A stylised blue Power Campaigning eagle with lightning bolt appears above a mountain landscape at sunrise, while a climber moves towards the summit. The accompanying text links the quote to **SCG 9 – Achtsamkeit und Weitsicht** and emphasises the strategic importance of recognising signals early, choosing the right moment and acting before a window of opportunity closes.

„The smallest action at the right moment beats the biggest one too late.“

Eine kleine, zur richtigen Zeit gesetzte Geste verändert mehr als ein grosser Auftritt, der zu spät kommt. Macht im Campaigning heisst oft: erkennen, wann der Moment da ist – und dann handeln, bevor sich das Fenster wieder schliesst.

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Alt text: Landscape graphic for the series «Thursday Quote on Power» featuring the quote «Power without listening is just noise on a throne.» A stylised blue Power Campaigning eagle with lightning bolt overlooks a mountain landscape and a solitary figure on a stone throne. The accompanying text links the quote to SCG 13 – Erfolgsgrundsätze der Kommunikation and emphasises listening as the basis for understanding the needs, language and concerns of target groups.

„Power without listening is just noise on a throne.“

Wer Macht hat, aber nicht zuhört, regiert irgendwann an der Realität vorbei. Aus dem Senderpodest wird ein blindes Echo, das alles übertönt – ausser das, was eigentlich zählt.

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Stylised navy-blue eagle with outstretched wings and a lightning bolt on its chest beside the quote *“Real power is what you don’t have to use.”* The landscape-format graphic features a clean white and light-blue background with layered mountain silhouettes, followed by an explanation linking the quote to **SCG 1 – Polarise, profile, position**, emphasising that true strategic power comes from a strong position that rarely needs to be demonstrated. The **Power Campaigning** logo appears beneath the eagle.

„Real power is what you don’t have to use.“

Wer ständig demonstrieren muss, wie mächtig er ist, hat es schon nicht mehr. Echte Macht ist die, die nicht ausgepackt werden muss, weil ihre Existenz allein die Lage bestimmt.

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OpenAI hat mit GPT-6 Astra das «AGI-Zeitalter» ausgerufen. Präsident Greg Brockman formuliert es so: Es sei «nicht unvernünftig, das Gefühl zu haben», man befinde sich nun im AGI-Zeitalter. Ein Gefühl also, kein Messwert. Und trotzdem diskutiert seit dieser Ankündigung eine ganze Branche über nichts anderes mehr. Genau das ist der interessante Teil — und er hat mit Technik wenig zu tun.

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